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13.04.2011

15:37 Uhr

Ex-HR-Sportchef

Emig muss eine Million Schadensersatz leisten

Jürgen Emig muss dem Hessischen Rundfunk gut eine Million Euro zahlen. Der ehemalige Sportchef wurde vom Arbeitsgericht Frankfurt zur Zahlung verpflichtet. Hintergrund sind die Vorwürfe von Untreue und Bestechlichkeit.

Ex-HR-Sportchef Jürgen Emig. Quelle: dpa

Ex-HR-Sportchef Jürgen Emig.

Der frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks (hr), Jürgen Emig, muss seinem Ex-Arbeitgeber mehr als 1,1 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Das Arbeitsgericht Frankfurt gab mit diesem am Mittwoch verkündeten Urteil der Zahlungsklage des Senders statt, wie Gerichtspräsident Frank Woitaschek berichtete (AZ drei Ca 3/10).

Der Sender wollte von dem heute 65 Jahre alten Journalisten allerdings 1,78 Millionen Euro Schadenersatz haben. Der hr hatte die Zahlungsklage Anfang 2010 eingereicht und mit Einnahmeausfällen begründet.

Ebenfalls am Mittwoch wies dieselbe Richterin die letzte Kündigungsschutzklage Emigs zurück. Die mit Bestechlichkeits- und Untreuevorwürfen begründete fristlose Kündigung des hr wurde damit bestätigt. Gegen beide Urteile ist Berufung beim Hessischen Landesarbeitsgericht in Frankfurt möglich. Der Sender teilte mit, sehr wahrscheinlich nicht in die Berufung zu gehen.

„Wir sehen uns in unserer Position bestätigt“, sagte hr-Intendant Helmut Reitze nach der Urteilsverkündung laut Mitteilung. „Damit ist ein weiteres Mal klar geworden, dass der hr Opfer war und nicht Täter. Emig hat durch sein Fehlverhalten dem hr und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt großen Schaden zugefügt. Wer gegenüber Veranstaltern und Sponsoren so tut, als gehe es ihm um den Programmauftrag, dabei aber Geld in die eigene Tasche steckt, der verkauft die Rundfunkfreiheit.“

Emig war im Oktober 2008 vom Landgericht Frankfurt wegen Untreue und Bestechlichkeit zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden, die der Moderator derzeit verbüßt. Nach den Feststellungen der Richter hatte er zwischen 2001 und 2004 mehr als 300.000 Euro an Schmiergeld und Schleichwerbung in die eigene Tasche gewirtschaftet. Allein dadurch entstand dem Sender ein Schaden von mindestens 285.000 Euro. Der Bundesgerichtshof hatte 2009 das Landgerichts-Urteil bestätigt.

Mehrere Kündigungen Emigs hatten aus formalen Gründen keinen Bestand. Erst die zum 11. August 2005 ausgesprochene Entlassung wurde nun vom Arbeitsgericht formal und inhaltlich als zulässig angesehen.

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