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25.04.2014

11:07 Uhr

Ex-IWF-Chef

Bordell in Belgien nach Strauss-Kahn benannt

Die Skandale um den Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nehmen nicht ab. In Frankreich steht ihm ein Prozess wegen „schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei“ bevor. In Belgien wurde dafür nach ihm ein Bordell benannt.

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn: Alderweireld, der Betreiber des „DSK“, steht neben Strauss-Kahn im Mittelpunkt eines Skandals um Sex-Partys mit Callgirls. AFP

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn: Alderweireld, der Betreiber des „DSK“, steht neben Strauss-Kahn im Mittelpunkt eines Skandals um Sex-Partys mit Callgirls.

LilleZweifelhafte Ehre für Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn: Nach dem in mehrere Sex-Skandale verwickelten früheren französischen Spitzenpolitiker wird in Belgien ein Bordell benannt. Das „DSK“ werde kommende Woche im belgischen Ort Blaton nahe der Grenze zu Frankreich eröffnen, sagte Bordellbetreiber Dominique Alderweireld am Donnerstagabend. In Frankreich wird Strauss-Kahn, der am Freitag 65 Jahre alt wurde, nach den Anfangsbuchstaben seines Namens häufig „DSK“ genannt. Bei dem Freudenhaus steht die Abkürzung offiziell für „Dodo Sex Klub“ - Dodo ist der Spitzname von Zuhälter Alderweireld.

„Das ist als Augenzwinkern zu verstehen und eine gute Werbung“, sagte Alderweireld der Nachrichtenagentur AFP. „Aus kommerzieller Sicht ist das exzellent, es ist fantastisch, weil alle von DSK sprechen.“ In dem „DSK“ würden „sieben Mädchen, darunter ein Transsexueller“ arbeiten, das Freudenhaus werde eine Table-Dance-Bar und „Zimmer“ haben.

Die Chronologie des Strauss-Kahn-Skandals

Samstag 14. Mai

Strauss-Kahn wird in New York festgenommen. Nach der später veröffentlichten Anklageschrift soll der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) in seiner Hotelsuite versucht haben, ein 32-jähriges Zimmermädchen zu vergewaltigen. Es war zum Aufräumen gekommen.

Sonntag 15. Mai

Die Frau identifiziert Strauss-Kahn, wie Medien berichten.

Montag 16. Mai

Eine New Yorker Richterin entscheidet, dass Strauss-Kahn vorerst in Haft bleibt. Sie begründet dies mit Fluchtgefahr. Eine Kaution von einer Million Dollar lehnt sie ab. Die New Yorker Staatsanwaltschaft legt Strauss-Kahn sechs Straftaten zur Last: „Sexuelle Belästigung ersten Grades“, dafür drohen 25 Jahre Haft. Hinzu kommt „versuchte Vergewaltigung ersten Grades“, dafür könnten 15 Jahre verhängt werden. Ferner geht es zweimal um „sexuellen Missbrauch“, „Freiheitsberaubung“ und „unsittliches Berühren“. Erste Berichte über ein Alibi des 62-Jährigen tauchen auf. Nach unbestätigten Meldungen französischer Medien war der IWF-Chef zur mutmaßlichen Tatzeit gar nicht im Hotel, sondern traf seine Tochter. Er habe seine Hotel-Rechnung um 12.28 Uhr bezahlt und sei dann Essen gegangen. Eine regierungsnahe französische Website veröffentlicht angebliche Polizeiprotokolle und diplomatische Berichte. Danach hat die Polizei DNA-Spuren, vermutlich Sperma, sichergestellt. Auf Strauss-Kahns Oberkörper seien Kratzspuren zu sehen gewesen. Die New Yorker Justiz prüft, ob der IWF-Chef schon einmal eine Frau angegriffen hat. Ein früherer Fall außerhalb der USA gleiche in groben Zügen dem aktuellen Vorwurf.

Dienstag 17. Mai

Strauss-Kahn soll nach Angaben eines New Yorker Boulevardblattes die Möglichkeit von „einvernehmlichem Sex“ eingeräumt haben. Er genießt nach Angaben des IWF keine diplomatische Immunität. Das Zimmermädchen will gegen den Chef des Internationalen Währungsfonds aussagen, sagt ihr Anwalt dem Sender CNN. Sie arbeite bereits mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen. In seiner Gefängniszelle bleibt der IWF-Chef wegen angeblicher Selbstmordgefahr rund um die Uhr unter Beobachtung.

Mittwoch 18. Mai

Die Lage für Strauss-Kahn wird immer prekärer. US-Finanzminister Geithner fordert offen eine Übergangslösung für die Führung des Währungsfonds. Das mutmaßliche Opfer sagt überraschend vor der Grand Jury aus. Der Fernsehsender CNN berichtet, dass die 32-Jährige abgeschirmt in New York vernommen wird. Die Grand Jury hat letztlich zu entscheiden, ob es zu einem Prozess gegen den Franzosen kommt. Die „New York Post“ meldet, Strauss-Kahns mutmaßliches Opfer habe möglicherweise Aids.

Donnerstag 19. Mai

Strauss-Kahn zieht die Konsequenzen aus der Sex-Affäre und tritt als IWF-Chef zurück. Außerdem kommt er gegen eine Kaution von rund einer Millionen Dollar in bar frei. Er bleibt unter Hausarrest und muss eine elektronische Fußfessel tragen.

Montag, 23. Mai

Strauss-Kahn streitet in einer E-Mail an seine ehemaligen IWF-Kollegen alle Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung vehement ab. "Ich bin zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und ich entlastet werde", schreibt er in dem veröffentlichten Brief. Gleichzeitig kommen neue Indizien ans Licht. Auf der Kleidung des Zimmermädchens und dem Teppich des Hotelzimmers befanden sich Spermaspuren.

Dienstag, 24. Mai

Die Spermaspuren auf dem Kleid des Zimmermädchen stimmen mit der DNA von Strauss-Kahn überein, berichten mehrere Medien. Die Anwälte des Ex-IWF Chefs äußern sich zunächst nicht dazu.

Donnerstag, 26. Mai

Strauss-Kahn hat eine neue Bleibe in New-York: Das Apartment soll im Stadtteil Tribeca liegen. Dort steht er bis zum Beginn des Prozess unter Hausarrest.

Freitag, 1. Juli

Wende im Fall Dominique Strauss-Kahn: Offensichtlich ist die Glaubwürdigkeit der Frau, die dem ehemaligen IWF-Chef versuchte Vergewaltigung vorwirft, erschüttert. Nach Haft und verschärftem Hausarrest ist Strauss-Kahn wieder auf freiem Fuß. Doch er darf die USA vorerst nicht verlassen.

Alderweireld steht neben Strauss-Kahn im Mittelpunkt eines Skandals um Sex-Partys mit Callgirls unter anderem in einem nordfranzösischen Luxushotel, dem „Carlton“ in der Stadt Lille. Strauss-Kahn, Alderweireld und mehrere weitere Angeklagte werden sich wegen „schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei“ vor Gericht verantworten müssen. Strauss-Kahn bestreitet nicht, an Sex-Partys auch in Paris und Washington teilgenommen zu haben. Der Wirtschaftsexperte will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um bezahlte Prostituierte handelte.

Strauss-Kahn hatte im Mai 2011 wegen einer anderen Sex-Affäre von der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten müssen: Er wurde in New York festgenommen, weil ein Zimmermädchen eines Luxushotels ihm Vergewaltigung vorwarf. Ein Strafprozess wurde später wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers eingestellt, in einem Zivilverfahren kam es zu einer außergerichtlichen Einigung. Strauss-Kahn hatte angegeben, mit der Frau einvernehmlich sexuellen Kontakt gehabt zu haben.

Von

afp

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