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26.07.2013

15:55 Uhr

Ex-IWF-Chef

Strauss-Kahn droht Prozess wegen Zuhälterei

Zunächst sah es für Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nach einem glimpflichen Ende seiner Sex-Party-Affäre aus. Doch nun lehnten die Untersuchungsrichter eine Einstellung des Anklageverfahrens ab – und DSK sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn: Von dem Vorwurf der Vergewaltigung wurde er freigesprochen, doch nun droht ihm bereits der nächste Prozess in einer delikaten Angelegenheit. ap

Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn: Von dem Vorwurf der Vergewaltigung wurde er freigesprochen, doch nun droht ihm bereits der nächste Prozess in einer delikaten Angelegenheit.

LilleIn der Affäre um einen Callgirl-Ring wird Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn voraussichtlich der Prozess gemacht. Strauss-Kahn solle wegen „schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei“ vor ein Strafgericht gestellt werden, teilte die Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille am Freitag mit. Die zuständigen Untersuchungsrichter lehnten nach Justizangaben vom Freitag eine Einstellung des Anklageverfahrens ab und reichten den Fall ans Gericht weiter. Die Staatsanwaltschaft hatte sich jüngst für ein Ende der Ermittlungen gegen den 64-jährigen „DSK“ ausgesprochen.

Strauss-Kahn wird in dem Anklageverfahren verdächtigt, bis ins Jahr 2011 an der Organisation von illegalen Sex-Partys mit Prostituierten beteiligt gewesen zu sein, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen. Der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Teilnahme an freizügigen Treffen in Luxushotels in Städten wie Paris, Washington und Lille in den Jahren 2009, 2010 und 2011 eingeräumt. Er will allerdings nichts davon gewusst haben, dass die beteiligten Frauen bezahlt wurden. In diesem Fall dürfte der Franzose nicht verurteilt werden.

Neben Strauss-Kahn sind in der nach einem Luxushotel benannten „Carlton“-Affäre etliche weitere Personen im Visier der Ermittler. Die Untersuchungsrichter sprachen sich nun dafür aus, insgesamt 13 von ihnen den Prozess zu machen.

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Mitte Juni hatte die Staatsanwaltschaft von Lille eine Einstellung des Verfahrens gegen den Ex-IWF-Chef und einstigen Hoffnungsträger von Frankreichs Sozialisten beantragt. Gegen Strauss-Kahn läge nicht genug belastendes Material vor. Die ermittelnden Untersuchungsrichter sahen dies aber offenbar anders und erhoben Anklage. Die Staatsanwaltschaft könnte dagegen Rechtsmittel einlegen. Am Freitag teilte die Behörde zunächst nicht mit, ob sie das vorhat.

Eine vor den Sex-Partys bekanntgewordene Affäre um Vergewaltigungsvorwürfe eines New Yorker Zimmermädchens hatte Strauss-Kahn 2011 seinen Chef-Posten beim IWF in Washington gekostet. Die inzwischen durch eine außergerichtliche Einigung beigelegte Angelegenheit machte zudem die Ambitionen des Sozialisten auf eine Präsidentschaftskandidatur in Frankreich zunichte.

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