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19.03.2013

19:33 Uhr

Ex-Regierungschef

Berlusconi will Ex-Frau weniger Unterhalt zahlen

Bisher zahlt Silvio Berlusconi seiner Ex-Frau Veronica Lario monatlich drei Millionen Euro Unterhalt. Diese Summe ficht er jetzt wohl an. Im Gegenzug, so berichten Medien, könnte er eine Villa an Lario abtreten.

Silvio Berlusconi und Veronica Lario gehen seit 2009 getrennte Wege. dapd

Silvio Berlusconi und Veronica Lario gehen seit 2009 getrennte Wege.

RomDer italienische Ex-Regierungschef und Milliardär Silvio Berlusconi ficht die monatliche Unterhaltszahlung in Höhe von drei Millionen Euro für seine frühere Ehefrau Veronica Lario an. Wie italienische Medien am Dienstag übereinstimmend berichteten, reichten Berlusconis Anwälte in der vergangenen Woche beim Mailänder Berufungsgericht einen entsprechenden Antrag ein; mit einer ersten Anhörung wird im April gerechnet.

Den Medienberichten zufolge trafen sich die beiden früheren Eheleute Ende Januar. Sie erörterten demnach, ob Berlusconi im Gegenzug für eine Verringerung der monatlichen Zuwendung die bei Mailand gelegene Villa Macherio an seine Ex-Frau abtreten könne. Lario hängt sehr an dem 120.000 Quadratmeter großen Villengelände, wo sie 20 Jahre lang mit ihren drei Kindern gelebt hatte.

Die Skandale um Silvio Berlusconi - Eine Chronologie

Juni 2009

Die spanische Zeitung „El País“ veröffentlicht Bilder halb nackter Frauen auf Berlusconis Anwesen in Sardinien.

Oktober 2009

Ein Mailänder Gericht verurteilt Berlusconis Holding Fininvest wegen eines „gekauften Urteils“ beim Erwerb des Verlags Mondadori zu einem Schadenersatz in Höhe von 750 Millionen Euro an den Konkurrenten Cir SpA.

Mai 2010

Berlusconi setzt sich für die minderjährige „Ruby“ ein, nachdem sie unter Diebstahlsverdacht von der Polizei festgenommen wurde. Viele sehen darin einen Fall von Machtmissbrauch.

15. Juni 2010

Das Gericht der Europäischen Union entscheidet, dass Berlusconis Medienkonzern Mediaset und weitere Fernsehsender und Kabelbetreiber staatliche Beihilfen in Millionenhöhe zurückzahlen müssen. Mediaset soll bei der Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen 2004 von der italienischen Regierung bevorzugt worden sein.

5. Juli 2010

Nach nur knapp drei Wochen im Amt erklärt der Minister für die Verwirklichung des Föderalismus, Aldo Brancher, vor Gericht, wo er sich wegen Hehlerei in einem Bankenskandal verantworten muss, seinen Rücktritt aus der italienischen Regierung. Berlusconi hatte seinen langjährigen Vertrauten und einstigen Manager seiner Firma Fininvest ins Kabinett geholt, um ihn damit der Justiz zu entziehen. Am 28. Juli wird Brancher wegen Hehlerei zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

17. Oktober 2010

Die Zeitung „La Repubblica“ veröffentlicht einen Bericht über merkwürdige Finanztransfers von Berlusconi. Er soll zwischen 2005 und 2009 mehr als 20 Millionen Euro über eine schweizerische Bank an die Offshore-Gesellschaft Flat Point in Antigua überwiesen haben, wobei der Zweck der Zahlungen als suspekt gilt.

6. April 2011

Vor einem Gericht in Mailand beginnt der Prozess gegen Berlusconi wegen einer Sexaffäre mit einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauchs. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ministerpräsidenten vor, in 13 Fällen Sex gegen Bezahlung mit der damals 17-jährigen Marokkanerin „Ruby“ gehabt und später seinen Einfluss geltend gemacht zu haben, um den Fall zu vertuschen.

9. Juli 2011

Ein Berufungsgericht in Mailand verurteilt das Familienunternehmen von Berlusconi wegen Korruption zur Zahlung von 560 Millionen Euro an eine Konkurrenzfirma. Bei der Übernahme des Verlags Mondadori sollen Mitarbeiter von Berlusconis Fininvest-Holding einen Richter bestochen haben. Mit seiner Entscheidung bestätigt das Berufungsgericht ein Urteil von 2009 aus einer niedrigeren Instanz. Die Richter reduzieren jedoch den Schadenersatzanspruch von ursprünglich 750 Millionen Euro.

1. September 2011

Der Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini wird wegen mutmaßlicher Erpressung von Berlusconi festgenommen. Der Unternehmer hatte eingeräumt, Prostituierte für Partys im Anwesen des Politikers engagiert zu haben. Nun wird er verdächtigt, Schweigegeld für seine Kooperation bei laufenden Ermittlungen gefordert zu haben.

Am selben Tag wird bekannt, dass der Regierungschef in einem abgehörten Telefongespräch über sein Land herzog. „In ein paar Monaten verschwinde ich aus diesem Scheißland, von dem mir schlecht wird“, soll der Regierungschef gepoltert haben. Das sei eines dieser Dinge, die man am späten Abend mit einem Lächeln sage und nicht ernst meine, wurde er kurz darauf von italienischen Medien zitiert.

17. September 2011

Oppositionspolitiker fordern Aufklärung darüber, ob Berlusconi tatsächlich Prostituierte in Regierungsflugzeugen zu seinen Privatpartys eingeflogen habe. Italienische Medien veröffentlichten Mitschriften aus abgehörten Telefonaten, die aus Ermittlungen gegen Tarantini stammen. Dieser soll Frauen für Sex mit Berlusconi bezahlt haben. Den Mitschriften zufolge prahlte Berlusconi damit, in einer Nacht „nur mit acht Frauen“ geschlafen zu haben, als elf vor seiner Zimmertür Schlange gestanden hätten.

27. September 2011

Die Nachrichtenagentur ANSA berichtet, dass Tarantini auf freien Fuß gesetzt wurde. Tarantini war zuvor unter dem Verdacht festgenommen worden, er habe Berlusconi erpresst. Wie ANSA meldet, sah es ein Gericht in Neapel als erwiesen an, dass es sich umgekehrt verhielt und Berlusconi den Unternehmer für Falschaussagen bezahlte.

12. November 2011

Wegen zu geringen Rückhalts unter den Abgeordneten tritt Berlusconi von seinem Amt als Regierungschef zurück.

4. April 2013

Ruby erklärt vor den Toren des Gerichts: „Ich hatte nie Geschlechtsverkehr gegen Geld und ich hatte nie Geschlechtsverkehr mit Silvio Berlusconi“. Sie fordert, im Prozess aussagen zu dürfen. Ihre Befragung war mehrfach verschoben worden.

13. Mai 2013

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Ex-Regierungschef eine Haftstrafe von sechs Jahren. Zudem soll ihm lebenslang verboten werden, öffentliche Ämter zu bekleiden.

17. Mai 2013

In einem Nebenverfahren sagt Ruby aus, sie habe sich bei den „Bunga-Bunga-Partys“ als 19-jährige Verwandte des damaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak ausgegeben. Berlusconi hatte erklärt, er habe bei der Polizei angerufen, um diplomatische Probleme mit Kairo zu vermeiden.

31. Mai 2013

Im Nebenverfahren fordert die Anklage sieben Jahre Haft für drei Vertraute Berlusconis. Diese hätten die Frauen für die Feste organisiert und sich der Herbeiführung und Begünstigung der Prostitution Minderjähriger schuldig gemacht.

August 2013

Das höchste Gericht des Landes bestätigte die vierjährige Haftstrafe der unteren Instanz gegen den Unternehmer und Politiker. Das Ämterverbot für Berlusconi muss allerdings neu verhandelt werden. Der 77-jährige hat Berufung eingelegt.

Februar 2014

Erneuter Vorwurf gegen Berlusconi. Um seinen Vorgänger Romano Prodi zu stürzen, soll der Ex-Premier Senatoren bestochen haben. Das Ergebnis der Verhandlungen steht noch aus.

Im Dezember hatte ein Gericht in Mailand in einer Trennungsvereinbarung die gigantischen Unterhaltszahlungen beschlossen und Berlusconi zugleich sämtliche Immobilien zugesprochen. Lario war dabei mit dem Versuch gescheitert, ein Nutzungsrecht für die Villa zu erstreiten, deren Wert auf 78 Millionen Euro geschätzt wird. In der Trennungsvereinbarung einigten sich die beiden Eheleute zudem darauf, dem jeweils anderen nicht die Schuld für das Scheitern der Ehe zuzuweisen.

Die gigantischen Unterhaltszahlungen an Lario von 100.000 Euro pro Tag entsprechen italienischem Recht, wonach Geschiedene Anspruch auf dasselbe Lebensniveau haben wie während der Ehe. Lario hatte im Mai 2009 nach 30 Jahren Zusammenlebens und 19 Jahren Ehe die Scheidung von ihrem Mann eingereicht.

Italien: Berlusconi zu einem Jahr Haft verurteilt

Italien

Berlusconi zu einem Jahr Haft verurteilt

Ein Gericht in Italien hat den langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in einem Abhör-Verfahren zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. In diesem Monat erwarten Berlusconi noch weitere Urteile.

Die frühere Schauspielerin begründete dies mit der Schwäche Berlusconis für junge Frauen. Auslöser waren Berichte über eine Affäre Berlusconis mit einer damals 18-Jährigen. Anschließend lieferten sich die beiden einen Rosenkrieg. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder: Barbara, die 1984 geboren wurde, Eleonora (1986) und Luigi (1988).

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.03.2013, 22:26 Uhr

3 Mio € pro Monat für die Ex-Frau? Dagegen nehmen sich die Vergütungen der Dax Vorstände ja wieder bescheiden aus. Vielleicht sollte Berlusconi eine Gesetzesinitiative in Italien zur Begrenzung von Managergehältern starten? Er müßte dann nur noch darstellen, wie sie ihn gemanaget hat ... :-)

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