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19.08.2013

11:35 Uhr

Ex-Richter aus Stuttgart

Deutscher stirbt bei Gondelunfall in Venedig

Ein Deutscher ist bei einem Gondelunfall in Venedig ums Leben gekommen. Der Ex-Richter schützte bei einem Zusammenstoß mit einem Wasserbus noch seine Tochter, für ihn selbst kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Polizisten am Unglücksort in Venedig. Ein deutscher Richter ist am Samstag bei einem Gondelunfall getötet worden. dpa

Polizisten am Unglücksort in Venedig. Ein deutscher Richter ist am Samstag bei einem Gondelunfall getötet worden.

Venedig/StuttgartDer am Wochenende bei einem Gondelunfall in Venedig ums Leben gekommene Tourist war bis vor einiger Zeit Richter am Oberlandesgericht (OLG) in Stuttgart. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts am Montag. Noch 2012 habe der Mann dort gearbeitet, dann als Juraprofessor an der Münchner Universität. Venedig will aus dem Unfall Lehren ziehen und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Der 50 Jahre alte Münchner hatte am Samstag mit seiner Familie eine Fahrt auf dem Canal Grande unternommen, als die Gondel nahe der weltbekannten Rialto-Brücke mit einem Vaporetto-Wasserbus zusammenstieß. Der Familienvater und der Gondoliere stürzten ins Wasser, dann wurde der Mann zwischen der Fähre und einem Pier zerdrückt. Seine kleine Tochter erlitt eine Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesicht. Die Ehefrau und die beiden Söhne des Paares blieben unverletzt. Eine Gondel-Fahrt zählt zu den beliebtesten Attraktionen in Venedig.

Gondeln, Wasserboote (Vaporetti), Wasser-Taxis und Frachtschiffe verstopfen den zentralen Verkehrsweg der Lagunenstadt immer mehr. Der Verkehr habe im Laufe der Jahre sehr zugenommen, sagte Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsoni der Turiner „La Stampa“ (Montag). Ihm schwebt jetzt vor allem vor, private Gondeln nur zu bestimmten Zeiten fahren zu lassen, da der öffentliche Verkehr in Venedig Vorrang habe.

„Man könnte an einigen Punkten die Anlegestellen verlegen, so an der Rialto-Brücke, wo öffentliche Verkehrsmittel, Gondeln und Taxis festmachen“, sagte der Bürgermeister dem „Corriere della Sera“. Er denkt auch daran, bestimmte Zeitfenster für die Gondelfahrten auf dem Canal Grande festzulegen, der zu den meistbefahrenen Wasserstraßen in Italien zählt. Klar ist für Orsoni, dass öffentlicher Verkehr - also der Wasserbus - in der Lagunenstadt vorgeht. Denkbar wäre es zudem, die Boote mehr auf dem abgelegeneren Giudecca-Kanal fahren zu lassen.

Die Gespräche über neue Regeln für den Wasserverkehr sollten noch am Montag beginnen, sie dürften erfahrungsgemäß schwierig sein. Der Gondoliere-Präsident Nicola Falconi hat sich bereits gegen Fahrzeiten ausgesprochen, denn die Gondeln seien nicht die Gefahr auf dem Canal.

Von

dpa

Kommentare (2)

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norbert

19.08.2013, 12:16 Uhr

Die Privaten sollen mal wieder aufgrund der Aggressivität der Kommerziellen zurückstecken.
JEDER soll das Recht haben, auf dem Wasser herumzufahren, wann immer er will. Das Problem sind nicht die Privaten, sondern die Motoren (und deren Wellenschlag) !
Sinnvoll wäre es, die Kanäle für motorgetriebene Schiffe zu sperren und nur Muskelkraft zuzulassen.

Account gelöscht!

19.08.2013, 22:55 Uhr

So´n Quatsch.Wollen Sie etwa 40 Euro pro Person je halbe Stunde bezahlen?
Soviel kostet nämlich eine Gondelfahrt in Venedig.Kein Wunder,das sich das nur noch Besserverdienende leisten können.Ich bin froh,dass es diese Vaporetti als preiswerte Alternative für Touristen gibt.

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