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06.12.2012

14:44 Uhr

Exentrischer Software-Pionier

McAfee in Guatemala festgenommen

Nach einem mysteriösen Mord in Belize taucht US-Software-Millionär McAfee nach langer Flucht in Guatemala auf. Dort stellt er einen Asylantrag. Wenige Stunden später wird er festgenommen. Ihm droht die Ausweisung.

John McAfee (links) sitzt in Guatemala neben einem Interpol-Agenten. Reuters

John McAfee (links) sitzt in Guatemala neben einem Interpol-Agenten.

Guatemala-StadtDer im Zusammenhang mit einem rätselhaften Mordfall aus Belize geflohene Software-Pionier John McAfee ist im benachbarten Guatemala festgenommen worden. Wenige Stunden vorher hatte der Amerikaner dort Asyl beantragt. „Herr McAfee wurde festgenommen, weil er gegen das Einwanderungsgesetz verstoßen hat“, erklärte ein Sprecher des guatemaltekischen Präsidenten dem spanischsprachigen CNN. Er werde in Gewahrsam bleiben, bis über eine mögliche Ausweisung in die USA entschieden sei.

Den Asylantrag hatte der Software-Millionär mit der Furcht begründet, ermordet zu werden - er fürchte sich, weil er die als korrupt bezeichnete Regierung Belizes nicht länger finanziell unterstützen wolle und deshalb Feinde habe, erklärte sein guatemaltekischer Anwalt Telésforo Guerra.

Der Anwalt bezeichnete die Festnahme als nicht rechtens, da er vor den Behörden in Guatemala nicht flüchtig sei. Deshalb wollte er eine Freilassung McAfees beantragen. Die Behörden könnten ihn allenfalls im Hotel unter Aufsicht halten.

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Ein Sprecher der Migrationsbehörde erklärte laut Radio Emisoras Unidas, auch Belize komme als mögliches Ziel einer Ausweisung in Betracht, da dies das letzte Land gewesen sei, in dem McAfee sich vor seiner illegalen Einreise befunden habe.

Interpol-Beamte hatten den exzentrischen Computer-Pionier unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen von einem Hotel in Guatemala-Stadt in eine bewachte Unterkunft für illegale Einwanderer abgeführt. Dort hat McAfee, nach eigenen Angaben auf seinem Blog, Zugang zu einem Computer. Er sei gut behandelt worden und gehe davon aus, dass er die für Donnerstag angesagte Pressekonferenz trotz allem abhalten könne.

Weiter hieß es in dem Blog, sein Anwalt habe in der Nacht zum Donnerstag eine einstweilige Verfügung beantragt, die die Ausweisung bis zum Ausspruch eines höheren Gerichts stoppen solle.

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