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30.01.2007

10:24 Uhr

Experten rechnen mit mehr Schädlingen

Schnecken, Schaben und Ratten ist schön warm

Wenn Gärtner und Landwirte im Frühjahr und Sommer mit deutlich mehr Schädlingen zu kämpfen haben, liegt das vor allem am ungewöhnlichen Klima. Die meisten hätten Experten zufolge die wenigen kalten Januar-Tage unversehrt überstanden. Notfalls müsse man rasch zur chemischen Keule greifen, hieß es.

dpa

HB HAMBURG. „Allgemein haben wir nach milden Wintern mehr Schädlinge als nach harten“, sagt der Chef des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes, Rainer Gsell. Vor allem Mäuse, Ratten, Ameisen und Schaben hätten gute Nahrungsbedingungen und könnten sich wegen der vergleichsweise hohen Winter-Temperaturen leichter vermehren. „Ohne Horrormeldungen verbreiten zu wollen: Wir rechnen schon mit mehr Exemplaren dieser Arten.“

Die wenigen kalten Januar-Tage hätten den Schädlingen so gut wie nichts nichts anhaben können, betont Gsell: „Leider ist das Problem nach einem kurzen Kälteeinbruch noch lange nicht erledigt - schließlich reden wir hier vom Klimawandel.“ Auch der Deutsche Bauernverband und die Garten- und Gemüsebauern befürchten Auswirkungen auf die Schädlings-Populationen, die Landwirte und Kleingärtner treffen könnte. Eine genaue Prognose für den kommenden Sommer ist nach den Worten von Schädlingsbekämpfer Gsell noch nicht möglich, da im Februar oder März noch längere Frostperioden kommen könnten.

Die Gemüsebauern in Deutschland schauen vor allem auf Pilze, aber auch auf andere Schädlinge, die wegen der milden Temperaturen möglicherweise nicht ausreichend abgetötet werden. Beispielsweise sei mit mehr Schnecken zu rechnen, sagt Gemüsebau-Experte Jochen Winkhoff. Bleibe der Winter ungewöhnlich mild, könne es einige Überraschungen geben.

Für den Gartenbau rechnen Fachleute vor allem mit einer Vielzahl von Läusen und anderen tierischen Schädlingen: „Das Problem ist, dass bestimmte Eier erst bei strengem Frost abgetötet werden“, sagt der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Heinz Herker. In der Vergangenheit hätten die Gärtner nach milden Wintern schon oft negative Erfahrungen machen müssen.

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