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18.10.2016

13:14 Uhr

Explosion bei BASF

Sechs Verletzte auf Intensivstation

Noch immer sind Einsatzkräfte mit der Sicherung des Unglücksorts auf dem BASF-Gelände beschäftigt. Zwei Feuerwehrmänner starben bei der Katastrophe, ein Mensch wird noch vermisst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Unfall bei BASF

Explosion mit Todesopfer erschüttert Chemiekonzern

Unfall bei BASF: Explosion mit Todesopfer erschüttert Chemiekonzern

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LudwigshafenEinen Tag nach der Explosion beim Chemiekonzern BASF befinden sich noch sechs Verletzte auf der Intensivstation. „Es steht zum Teil nicht sehr gut um diese Menschen“, sagte Dieter Feid, für die Feuerwehr zuständiger Dezernent der Stadt Ludwigshafen, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Die Aufforderung an die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten, gelte zur Sicherheit weiter, sagte er. Laut BASF trete weiterhin Gas aus. Man habe aber bislang keine erhöhten Konzentrationen schädlicher Stoffe gemessen.

Bei der Explosion am Montag waren zwei Angehörige der BASF-Betriebsfeuerwehr ums Leben gekommen. Eine Person wurde am Dienstag noch vermisst. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal leitete Ermittlungen ein. Ein Gutachter wurde zur Klärung der Ursache eingeschaltet, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

BASF-Explosion: Was wir wissen und was nicht

Ungeklärte Fragen

Viele Fragen sind nach der Explosion auf dem BASF-Gelände noch ungeklärt. Einsatzkräfte kommen nicht zum eigentlichen Unglücksort, die Ursachenforschung dauert an. Noch immer gibt es einen Vermissten. Ein Überblick über das, was wir wissen und was nicht.

Was wir wissen: Ablauf

Am Montagvormittag wurde die Werksfeuerwehr der BASF zu einem Brand an Rohrleitungen im Nordhafen gerufen. Als die Männer zum Brandort vordrangen, kam es zu einer gewaltigen Explosion und in der Folge zu weiteren Bränden. Ein Übergreifen der Flammen auf ein Tankschiff konnte von einem Feuerwehrlöschboot verhindert werden

Tote und Verletzte

Bei der ersten Explosion wurden zwei Mitarbeiter der Werksfeuerwehr getötet. Zehn Menschen werden derzeit im Krankenhaus behandelt, sechs davon liegen auf der Intensivstation. Zunächst war von sechs Vermissten die Rede, am Dienstagmittag war noch eine Person vermisst.

Ausgetretene Stoffe

Nach BASF-Angaben sind Propylen und Ethylen ausgetreten. Mit großer Sicherheit waren diese auch an dem Brand beteiligt. Ethylen werde unter anderem zur Herstellung von Dämmstoffen und Lösemitteln verwendet, Propylen werde unter anderem bei der Produktion von Autolacken und Klebstoffen benutzt.

Weiterer Ablauf

Der Rohrgraben ist derzeit mit einer etwa einen Meter breiten Schaumschicht abgedeckt. Das soll verhindern, dass weiter Flüssigkeiten austreten. Erst wenn sichergestellt ist, dass tatsächlich keine Flüssigkeiten mehr aus den Rohren laufen, können der Schaum entfernt und die Rohre begutachtet werden. Das könnte noch bis Mittwochabend dauern.

Was wir nicht wissen: Vermisste Person

Noch immer wird eine Person vermisst. Nach BASF-Angaben handelt es sich dabei nicht um einen Mitarbeiter des Unternehmens. Es könnte ein Matrose eines Tankschiffs sein. Da der Vermisste im Hafenbecken vermutet wird, sollen Taucher nach ihm suchen. Derzeit könne der Einsatz aber noch nicht beginnen, sagte Feuerwehrchef Peter Friedrich.

Ursache

Unklar ist vor allem, warum es zu dem ersten, relativ kleinen Brand kam, zu dem die Werksfeuerwehr ausrückte und in dessen Folge es zu der folgenschweren Explosion kam.

Umweltbelastung

Hier fehlen klare Angaben. Die BASF sagt, es seien keine kritischen Werte gemessen worden - weder in der Luft, im Boden oder im Wasser. Laut Feuerwehrchef Friedrich gab es am Montag während des Brandes erhöhte Werte chemischer Substanzen. Derzeit werde die Warnung an die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten, als reine Vorsichtsmaßnahme aufrecht erhalten.

Wirtschaftliche Folgen

Dazu gibt es im Moment wenig Konkretes. BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale sagt, diese Fragen hätten derzeit keine Priorität. Sie räumte ein, dass die Unterbrechung der Rohstoffzufuhr eine große Herausforderung für Produktion und Logistik sei. Mit Kunden werde nach Lösungen gesucht. Zahlreiche Anlagen stehen still. Wann sie wieder in Betrieb gehen können, ist unklar.

Die Zahl der Schwerverletzen stieg auf acht. 17 Menschen wurden leicht verletzt. „Die Suche läuft mit Hochdruck“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Weil es auch nach dem Löschen des Feuers am Brandort noch sehr heiß sei, seien Werks- und Berufsfeuerwehr nach wie vor mit Kühl- und Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. Nach Medienberichten sollten Taucher eingesetzt werden, um im Hafenbecken nach dem Vermissten zu suchen.

Am Montag war zunächst von sechs Vermissten die Rede gewesen. Nach dem Abgleich von Mitarbeiterlisten habe sich die Zahl auf zwei und später auf eins reduziert, sagte die Sprecherin. Die Ursache der Explosion ist noch immer unklar. Nach dem Brand an einer Rohrleitung des Nordhafens war es zu dem Unglück gekommen. In der Folge brannten nach BASF-Angaben Rohrleitungen mit Ethylen und Propylen. Ethylen werde unter anderem zur Herstellung von Dämmstoffen und Lösemitteln verwendet, Propylen werde unter anderem bei der Produktion von Autolacken und Klebstoffen benutzt.

Greenpeace-Mitarbeiter Manfred Sanden entnahm am Rhein Wasserproben - ein Ergebnis erwartet er für Anfang kommender Woche. Sollte es sich bei den verbrannten Stoffen tatsächlich um Propylen und Ethylen handeln, sei es zwar problematisch. Allerdings wären die Folgen bei freigesetzten chlorierten Kohlenwasserstoffen noch schwerwiegender.

Zwischen dem Landeshafen Nord und dem Rhein wurden Wassersperren errichtet. Sie sollen verhindern, dass Chemikalien in den Fluss gelangen. Auf einer Pressekonferenz am Mittag wollen Stadt Ludwigshafen und BASF weitere Informationen geben.

Zum wirtschaftlichen Schaden könne man noch keine Angaben machen, sagte die BASF-Sprecherin. „Dazu ist es noch zu früh.“ Bei der Produktion gibt es infolge der Explosion vom Montag Einschnitte. Da die Rohstoffversorgung noch unterbrochen sei, blieben die sogenannten Steamcracker heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Rund 20 weitere Anlagen seien in der Folge ebenfalls heruntergefahren worden oder liefen im Teillastbetrieb.

Kommentare (3)

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18.10.2016, 16:26 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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18.10.2016, 16:34 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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18.10.2016, 16:50 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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