Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2014

17:08 Uhr

Extremsurfer in Portugal

Die Sucht nach der perfekten Mega-Welle

VonHilal Kalafat

Der kleine Ort Nazaré wird derzeit zum Mekka für Adrenalin-Junkies: Der Extrem-Surfer Andrew Cotton wollte einen neuen Weltrekord aufstellen und eine Riesenwelle bezwingen. Der Versuch kostete ihn fast das Leben.

DüsseldorfWas die meisten fürchten, zieht sie an: Die Surf-Elite pilgert derzeit in den kleinen Fischerort Nazaré an der portugiesischen Atlantikküste. Dort schlagen Megawellen an die Küste, fast 30 Meter hoch, mit gewaltiger Zerstörungskraft. Die Extrem-Touristen fürchten sie nicht. Sie wollen den ultimativen Kick, sie jagen durch den lebensgefährlichen Kanal aus Wassermassen. Sie bieten den Zuschauern am Strand ein Mega-Spektakel.

Andrew Cotton hätte seinen Ritt der Monsterwelle fast mit dem Leben bezahlt. Er wollte den Weltrekord von Garrett McNamara (45) knacken, der 2013, ebenfalls in Nazaré, eine 30-Meter-Welle bezwang. Doch er scheiterte.

„Es war an der Grenze zum Unsurfbaren“, sagte der Surfer Cotton. Er war an Wand gestürzt. Die Welle, die höher gewesen sein könnte als 30 Meter, drohte ihn zu verschlucken. Wie durch ein Wunder erreichte er unverletzt das Land, gestand aber ein, es sei „ziemlich schlimm“ gewesen.

Augenzeugen berichteten laut der britischen International Business Times, dass die Welle größer war, als alle, die McNamara oder Cotton selbst jemals bezwungen haben. „Ich raste immer schneller die Welle hinunter. Ich kam gar nicht unten an. Es schob mich immer weiter“, sagte Cotton nach seinem waghalsigen Weltrekordversuch der BBC.

Wissenswertes zum Wetter

Begriff Wetter

Der Begriff Wetter stammt vom althochdeutschen Wetar ab und bedeutet soviel wie Wind oder Wehen. Der Meteorologe versteht darunter den Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Wetterfrosch

Der Wetterfrosch ist eigentlich ein Laubfrosch. Sein Mythos geht darauf zurück, dass er bei sonnigem Wetter an bodennahen Pflanzen hochklettert, weil die Insekten, die ihm als Nahrung dienen, bei Sonne höher fliegen als sonst. Daraus entstand die Vorstellung, er könne das Wetter nicht nur anzeigen, sondern sogar vorhersagen. Die Menschen sperrten den Frosch in ein Glas ein, in dem sich eine kleine Leiter befand. Stieg er darauf, war das ein Zeichen für gutes Wetter.

Ursprünge der Wettervorhersage

1592 erfand Galileo Galilei das Thermoskop - den Vorfahren unseres heutigen Thermometers. Als sein Lehrling Evangelista Toricelli wenige Jahre später das erste Barometer konstruierte, war der erste große Schritt in Richtung Wettervorhersage getan.

Pfälzische Meteorologische Gesellschaft

Das erste organisierte Wetterbeobachtungsnetz der Welt wurde im Jahr 1780 in Mannheim gegründet: Die Pfälzische Meteorologische Gesellschaft. Schon bald umfasste das Netz 39 Stationen, verteilt auf die ganze Welt.

Beeinflussung

Seit den 1950er Jahren ist es möglich, Wolken künstlich abregnen zu lassen. Versuche im großen Maße zur Beeinflussung des Wetters werden vor allem in China vorgenommen. Die Volksrepublik unterhält ein staatliches „Wetteränderungsamt“. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 sorgte dieses für Schönwetter, indem Flugzeuge Chemikalien versprühten, die Regenwolken entfernt von der Hauptstadt abregnen ließen.

Sonne sorgt für gute Laune

Sonne wirkt sich auf unser Gemüht aus. Lässt sie sich über lange Zeit nicht blicken, wird der Mensch schneller reizbar. Diese Verstimmung kann zu einer richtigen Winterdepression auswachsen. Warum das so ist? Die Sonne setzt neben Vitamin D auch Endorphine, also Glückshormone, frei.

Um aus den gewaltigen Wassermassen an die Oberfläche zu kommen, nutzte er seine selbstaufblasende Rettungsweste. Damit gelang er nach oben und sein Begleiter auf dem Jet-Ski zog ihn aus dem Wasser.

Einen neuen Weltrekord könnte der 34-Jährige trotz allem gestellt haben – allerdings bereits im vergangenen Herbst. Eine Jury des Billabong XXL-Awards – ein dem Kleidungshersteller gesponserter Wettbewerb um den Ritt auf der höchsten Welle – muss das Filmmaterial von damals auswerten und entscheiden, ob Cotton die Marke des Hawaiianers McNamara geknackt hat. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Extremsurfern, die auch befreundet sind.

McNamara sagte damals: „Das war eine große Herausforderung. Man musste sich schon konzentrieren. Wir hätten leicht gegen die Küstenfelsen geschmettert werden können, und dann weiß ich nicht, ob wir das heil überstanden hätten."

Cotton ist dennoch stolz auf seinen Ritt vom Wochenende: „Für mich fühlte sich die Welle wie etwas an, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Es ist unglaublich, wenn man bedenkt, dass das eine Welle war, von der Surfer vor zehn Jahren nicht zu träumen wagten – wie das wohl in zehn Jahren sein wird?“. Ob das auch die Schiedsrichter des Billabong XXL-Awards so sehen, wird sich zeigen, nachdem sie die Bilder ausgewertet und die Höhe der Welle bestimmt haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×