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27.01.2010

10:58 Uhr

Extremwinter

Kälterekorde in Deutschland – Frost hält an

Deutschland bibbert weiter, die Temperaturen fielen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch so tief wie noch nie in diesem Jahr. Die Folgen des Dauerfrosts für die Wirtschaft sind kaum absehbar, der ADAC fürchtet bereits enorme Kosten durch Straßenschäden.

Schlittschuhläufer auf der Alster: Frost hält an. dpa

Schlittschuhläufer auf der Alster: Frost hält an.

HB HAMBURG. Es war die kälteste Nacht des Jahres, doch die Experten streiten sich: Gleich mehrere Orte in Deutschland waren am Mittwoch Anwärter auf den Titel „Kältester Ort der Nacht“. Mit minus 24,3 Grad führte Bad Muskau in der Oberlausitz am Mittwochmorgen die Top-Ten-Liste des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach an.

Der Bochumer Wetterdienst Meteomedia hingegen meldete: Die kälteste Gemeinde war Haidmühle in Niederbayern mit minus 26,3 Grad. Und am Messpunkt am bayerischen Funtensee war es mit minus 30,5 Grad noch deutlich frostiger. Einig sind sich die Wetterfrösche dafür in einem Punkt: Die Nacht zum Mittwoch war deutschlandweit die kälteste dieses Jahres.

Auf Platz drei liegt bei Meteomedia Mähring in der Oberpfalz mit minus 24,8 Grad. Auf dem „Treppchen“ des Deutschen Wetterdienstes landeten mit minus 24,0 Grad noch Deutschneudorf im Erzgebirge und die thüringische Gemeinde Crossen an der Elster mit minus 23,7 Grad.

Für den gesamten Winter gilt der Kälterekord jedoch nicht: „Im Dezember war es mindestens genauso kalt“, sagte ein Sprecher in Offenbach. Die „Titelträger“ aus der Nacht zum Mittwoch dürften vorerst die „Kältesten Orte des Jahres“ bleiben. Am heutigen Mittwoch zieht das neue Tief „Jennifer“ von Skandinavien aus nach Deutschland und bringt Schnee und wärmere Temperaturen.

An den Flughäfen in München und Frankfurt fielen am Dienstag wieder Flüge aus, viele Passagiere mussten warten. Die Bahn kämpfte mit eingefrorenen Weichen und Autofahrer mit glatten Straßen. Die Berliner flüchten vor den eisigen Temperaturen schon ins warme Schwimmbad, die Hamburger hoffen auf das „Alstereisvergnügen“. Viele Wildtiere dagegen kämpfen ums Überleben.

Überfrierender Nieselregen führte am Dienstag in ganz Baden- Württemberg zu Verkehrsunfällen. Bei Marbach am Neckar und auf der Autobahn bei Pforzheim kamen zwei Menschen ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Auch in Bayern störten langanhaltende Schneefälle den Straßen- und Flugverkehr stark. Zum Wochenende erwarten die Meteorologen im Bayerischen Wald bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. Am Münchner Flughafen wurden nach Angaben eines Sprechers rund 60 Flüge gestrichen. Auch am Frankfurter Flughafen gab es erneut Ausfälle. Am Morgen seien 17 Flüge betroffen gewesen, berichtete eine Sprecherin.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung im niedersächsischen Vienenburg bekamen am Montag einen Tag „kältefrei“. Nachdem die Heizung ausgefallen war, sank die Raumtemperatur in den Büros teilweise auf den Gefrierpunkt. „Bei null Grad kann man nicht lange arbeiten“, sagte Bürgermeisterin Astrid Eltner.

Davon können die Pannenhelfer derzeit nur träumen. Wegen schlapper Batterien, eingefrorener Türen und kaputter Kühler leisten die Helfer des ADAC zurzeit Rekordarbeit. „Wir haben im Moment alles draußen, was Räder und Beine hat“, berichtete ein ADAC-Sprecher in Hamburg.

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