Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.06.2011

16:55 Uhr

Facebook-Parties

Teurer Spaß für Veranstalter

Der Aufruf zu einer Massenparty per Facebook kann für Veranstalter teuer werden. Kann kein Initiator festgestellt werden, trägt allerdings der Steuerzahler die Kosten.

Immer häufiger werden aus privaten Feiern unkontrollierbare Massenparties. Hunderte Facebook-Fans feierten zum Bespiel Anfang Juni in Hamburg auf der Straße vor dem Haus der 15-jährigen Thessa, die vergessen hatte, ihre Geburtstagseinladung bei Facebook als Privat zu kennzeichnen. Quelle: dpa

Immer häufiger werden aus privaten Feiern unkontrollierbare Massenparties. Hunderte Facebook-Fans feierten zum Bespiel Anfang Juni in Hamburg auf der Straße vor dem Haus der 15-jährigen Thessa, die vergessen hatte, ihre Geburtstagseinladung bei Facebook als Privat zu kennzeichnen.

Berlin/DüsseldorfFacebook-Parties können für die Initiatoren zum teuren Vergnügen werden: „Sofern der Veranstalter bekannt ist, hat er sämtliche Kosten für Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsätze, aber auch für die Müllentsorgung zu übernehmen“, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Nordrhein-Westfalen, Frank Richter, am Montag in Düsseldorf im Interview. Daneben könnten Gebühren für die Sondernutzung öffentlicher Flächen anfallen.

Sollte der Veranstalter nicht ermittelt werden können, so würden die Kosten durch den Steuerzahler getragen, sagte Richter. Zwar könnten solche Veranstaltungen im Vorfeld verboten werden, wenn konkrete Anhaltspunkte für geplante Sachbeschädigungen oder Gewalttätigkeiten vorlägen. Ein Problem liege aber darin, dass solche Einladungen oft anonym erfolgten. „Dann existiert kein Veranstalter, dem ein Verbot erteilt werden könnte“, sagte Richter. Darüber hinaus müssten die zuständigen Behörden von den Veranstaltungen erst einmal rechtzeitig Kenntnis erlangen. Dazu bedürfe es einer regelmäßigen Überwachung der betreffenden Internetseiten.

Nach Ansicht Richters müssen die Betreiber der Netzwerke in die Pflicht genommen werden. Sie sollten auf die Konsequenzen von Bedienungsfehlern und Missbrauchsfällen hinweisen. Insbesondere müssten die Jugendlichen auf die hohen Kosten hingewiesen werden, welche auf sie zukommen könnten.

Richter zufolge handelt es sich bei den Massenpartys weder um eine Bewegung, noch haben die Teilnehmer ein gemeinsames Ziel. Es existiere offensichtlich eine event- und partyhungrige Gemeinde im Internet, für die solche Einladungen einen willkommenen Anlass böten, an Wochenenden quer durch Deutschland zu reisen, um an solchen Partys teilzunehmen. Während eine große Zahl der Teilnehmer, meist Heranwachsende einfach feiern wolle, reisten wiederum andere an, um zu randalieren oder um die Auseinandersetzung mit der Polizei zu suchen, betonte er.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×