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05.06.2011

14:54 Uhr

Facebook-Party in Hamburg

Teurer Spaß auf Kosten des Steuerzahlers

Für die Geburtstagsfeier, zu der rund 1600 Facebook-Nutzer gepilgert sind, wird vermutlich der Steuerzahler aufkommen. Denn die Teenagerin Thessa hatte die Veranstaltung zuvor abgesagt - den Partygästen war das egal.

Den Polizeieinsatz für die Thessa-Party wird wohl der Steuerzahler finanzieren müssen. Quelle: dapd

Den Polizeieinsatz für die Thessa-Party wird wohl der Steuerzahler finanzieren müssen.

HamburgEine Facebook-Panne hat der 16-jährigen Thessa aus Hamburg-Bramfeld ungeahnte Berühmtheit beschert: Nachdem sie ihre Geburtstagseinladung versehentlich an die Millionen Nutzer des sozialen Netzwerks gepostet hatte, reisten am Freitagabend 1600 "Gäste" zur großen Fete nach Hamburg an. Eigentlich wollte die 16-Jährige nur ihre engsten Freunde einladen. Dass die Party im Internet zuvor von der geschockten Schülerin und ihren Eltern abgesagt worden war, interessierte da niemanden mehr. Dass Thessa gar nicht Zuhause war, auch nicht. Eine Frage ist jetzt allerdings noch offen: Wer zahlt die Kosten für die Riesenparty?

Eigentlich hatten sich im Internet sogar rund 15.000 Menschen für die Party angekündigt. Die entnervte Familie engagierte einen privaten Sicherheitsdienst und informierte die Polizei. Rund 100 Einsatzkräfte überwachten inklusive Reiterstaffel die ungewollte Party. Das Haus der "Gastgeberin" war abgesperrt, gefeiert wurde auf der Straße.

Es begann friedlich, die Feiernden lachten, tranken und trällerten immer wieder den Thessa-Song, der sich im Internet verbreitet hatte. "Thessa, oh, Thessa, wir kennen uns zwar nicht. Doch uns egal, wir feiern dich und saufen uns jetzt dicht", lautet ein Teil des Songs. Und: "Thessa, oh Thessa, wir lieben dich so." Viele brachten auch Geschenke für die 16-Jährige mit. Auch mit eigens gestalteten Thessa T-Shirts und selbstgemalten "We love Thessa"-Bannern huldigten die Partybesucher ihrer "Gastgeberin".

Die Nachbarn dürften allerdings nicht so in Partystimmung gewesen sein: Feiernde kletterten auf Garagendächer, mit zunehmenden Alkoholpegel wurden Mülltonnen angezündet und Autos demoliert. Sogar eine Gartenlaube brannte nieder. "Es flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper. Partygäste nahmen Vorgärten auseinander, Zäune wurden niedergetrampelt", berichtete ein Polizeisprecher. Und damit nicht genug: Zur Abkühlung oder auch nur zum Urinieren nutzte mancher den nahen Bramfelder See.

Kommentare (7)

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Realist

05.06.2011, 15:03 Uhr

Tja, da sieht man mal, wie nützlich soziale Netzwerke sein können. Ein Teil, zumindest in Form von sozialer Arbeit sollte der Teanager rangezogen werden.

Auch sollte man darüber nachdenken, ob nicht ein Warnhinweis bei Facebook & Co nützlich bzw. Flicht sein sollten.

Michellandbewohner

05.06.2011, 15:35 Uhr

Hmm, man bedenke, was für ein explosives Potenzial sich in sozialen Netzwerken verbigt.
Wie schnell könnte man wohl Massen mobilisieren, die auf dem grünen Rasen vor dem Reichstag die Abdankung Merkels und ihres Marionettenkabinetts fordern und feiern?

aruba

05.06.2011, 17:40 Uhr

Guten Tag,.... Selig die armen an Geiste;.... sie werden Arschloecher genannt. Besten Dank

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