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22.01.2013

09:31 Uhr

Facebook-Trend „Spotted“

Anonyme Flirthilfe für Studenten

Soziale Netzwerke machen es möglich. Man kann nun seine heimliche Liebe ausfindig machen. Dank eines neuen Facebook-Trends namens „spotted“. Auf den Uni-Campus boomen die Seiten.

Die „Spotted“-Seite der der Staatbibliothek in München auf Facebook. dpa

Die „Spotted“-Seite der der Staatbibliothek in München auf Facebook.

MünchenSie schaut kurz zu ihm herüber. Er lächelt schüchtern. Doch sie anzusprechen - das traut er sich nicht. Und schon ist sie im Gewimmel des Campus' verschwunden. Früher war die Uni-Romanze damit meist zu Ende, bevor sie angefangen hatte. Dank eines neuen Trends beim sozialen Netzwerk Facebook besteht nun Hoffnung: Auf „spotted“-Seiten können Nutzer eine Art anonyme Kontaktanzeige veröffentlichen. Wenn ein anderer den Gesuchten kennt, kann er einen Hinweis geben. Die Seiten boomen, haben Tausende Fans - in Deutschland gibt es sie inzwischen für viele Universitäten, unter anderem in München, Hannover, Frankfurt, Hamburg und Dresden. Datenschützern ist der Boom alles andere als geheuer.

„Dein verträumter Blick ist mir sofort aufgefallen, und Dein verwegener Schnauzer verlieh Dir künstlerischen Charme. Noch bevor ich Deine Aufmerksamkeit auf mich ziehen konnte, verschwandest Du in Richtung Cafeteria. Deine beige Bommelmütze wippte beim Gehen und versetzte mein Herz in Schwingungen. Deine coole rote Berlinale-Tasche lässt mich darauf hoffen, dass Du Berlin magst und ein Filmliebhaber bist. Vielleicht können wir ja mal zusammen ins Kino gehen?“ So ähnlich wie dieser Eintrag auf der Seite „spotted: Uni Passau“ klingen viele Kommentare.

Das englische „to spot“ heißt „entdecken“ oder „bemerken“. Wer seinen potenziellen Traumpartner irgendwo entdeckt hat und nun sucht, schickt eine Nachricht an die Betreiber der Seiten. Darin beschreibt er (oder sie) seinen Schwarm, gibt Uhrzeit und Ort der verpassten Gelegenheit an. Die Betreiber veröffentlichen die Anfragen anonym.

Oft klingen sie wie eine Kontaktanzeige in der Zeitung. „Das ist im Grunde ein altes Phänomen“, sagt auch Astrid Carolus, Medienpsychologin der Universität Würzburg. „Nur eben getunt, weil der potenzielle Adressatenkreis viel höher ist.“

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