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15.04.2011

13:29 Uhr

Fahndungserfolg

Pädagoge gesteht Mordserie

Fast zehn Jahre blieb die Suche nach dem Mörder von Dennis erfolglos, dann brachte die Erinnerung eines Zeugen eine neue Spur und den Ermittlern den Fahndungserfolg. Ein Pädagoge gestand noch zwei weitere Morde.

Dutzende Polizisten suchten im Herbst 201 wochenlang fieberhaft nach dem verschwundenen Dennis. Zehn Jahre später haben die Ermittler einen Tatverdächtigen gefunden. Quelle: dpa

Dutzende Polizisten suchten im Herbst 201 wochenlang fieberhaft nach dem verschwundenen Dennis. Zehn Jahre später haben die Ermittler einen Tatverdächtigen gefunden.

VerdenEin 40 Jahre alter Mann aus Hamburg hat gestanden, Dennis und zwei weitere Jungen getötet zu haben. Zudem habe der Serientäter den Missbrauch mehrerer Kinder zugegeben, teilten Ermittler bei einer Pressekonferenz in Verden (Niedersachsen) am Freitag mit. „Wir sind erleichtert“, sagte Uwe Jordan, Leiter der Polizei Verden.

Der Mann sei Lehramtsstudent gewesen und dann Pädagoge, sagte der Profiler Alexander Horn. Er sei bereits polizeilich als Sexualtäter in Erscheinung getreten und bereits 2007 im Visier der Soko „Dennis“ gewesen. Jedoch habe es damals keinen ausreichenden Tatverdacht gegeben. Der gebürtige Bremer lebte seit zehn Jahren in Hamburg.

Der Täter sei seit seinem 21. Lebensjahr ledig gewesen - und so wenig sozialer Kontrolle unterworfen, hieß es weiter. Er sei in der Jugendbetreuung aktiv gewesen, aktuell sei er in der Erwachsenenbildung tätig. Menschen aus seinem Umkreis beschrieben den 40-Jährigen als sozial unauffällig, hilfsbereit, nett, akkurat und intelligent. „Im Prinzip hat er vermutlich auch eher eine Art doppelte Buchführung betrieben“, sagte Horn. Damit entspricht er dem Täterprofil, das die Ermittler entworfen hatten.

Das Amtsgericht Stade habe am Donnerstag Haftbefehl wegen dreifachen Mordes erlassen, hieß es. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Festgenommenen den Mord an dem neunjährigen Dennis K., dem achtjährigen Dennis R. und dem 13 Jahre alten Stefan J. vor. Zudem soll er versucht haben, einen Achtjährigen aus demselben Schullandheim wie Denis K. zu entführen. Der Neunjährige war im September 2001 verschwunden. Die Ermittler prüfen nun, ob dem 40-Jährigen über das Geständnis hinausgehende Taten anzulasten sind.

Neben dem Geständnis wiesen „exklusives Täterwissen“ des Mannes, Indizien und Beweismittel darauf hin, dass der 40-Jährige tatsächlich der Täter sei, hieß es weiter. Die Wohnung des Mannes in Hamburg sei am Mittwoch durchsucht worden. „Das äußere Erscheinungsbild entspricht dem der Beschreibung der Opfer vom großen Schwarzen Mann“, sagte Martin Erftenbeck, Leiter der Soko Dennis.

Der mutmaßliche Serienmörder befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit in einer Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen. Die Ermittlungen sollen nun zügig weitergeführt werden, erklärten die Fahnder: „Wir rechnen mit einem Prozessbeginn noch in diesem Jahr."

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