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29.11.2011

19:21 Uhr

Fahrlässige Tötung

Höchststrafe für Michael Jacksons Arzt

Michael Jacksons früherer Leibarzt ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Richter warf ihm schweren Vertrauensmissbrauch vor. Murrays Anwälte hatten eine Bewährungsstrafe für den Mediziner gefordert.

Der Herzspezialist Conrad Murray muss vier Jahre ins Gefängnis. AFP

Der Herzspezialist Conrad Murray muss vier Jahre ins Gefängnis.

Los AngelesDer frühere Leibarzt des verstorbenen Sängers Michael Jackson ist am Dienstag zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter warf Conrad Murray in seinem Urteil einen „schweren Vertrauensmissbrauch“ bei der Behandlung seines Patienten vor.

Der Mediziner war Anfang des Monats der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen in Los Angeles sahen es als erwiesen an, dass Murray seinem Patienten Jackson versehentlich eine tödliche Dosis des Betäubungsmittels Propofol verabreicht habe.

Mit der für fahrlässige Tötung zulässigen Höchststrafe von vier Jahren entsprach Richter Michael Pastor dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Murrays Anwälte hatten vergeblich argumentiert, dass sich Jackson die tödliche Dosis selbst verabreicht haben könnte. Nach dem Schuldspruch hatte die Verteidigung dann eine Bewährungsstrafe für den Mediziner gefordert, dem mit dem Entzug seiner ärztlichen Zulassung bereits der Verlust der beruflichen Existenzgrundlage drohe.

Angesichts der Überbelegung der Gefängnisse im US-Staat Kalifornien könnte Murray allerdings bereits nach zwei Jahren wieder entlassen werden.

Chronologie des Rechtsstreits um Jackson

Jacksons Tod

25. Juni 2009: Michael Jackson (50) stirbt an einer Vergiftung mit dem Narkosemittel Propofol. In den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt Jacksons Privatarzt Conrad Murray, der ihm das Mittel möglicherweise gespritzt hat.

Die Beerdigung

4. September 2009: Jackson wird auf einem Prominentenfriedhof bei Los Angeles beerdigt.

Anklage gegen Leibarzt

4. Januar 2011: Vor Gericht beginnt Murrays Anhörung. Zeugen sagen gegen ihn aus. Bald darauf wird er angeklagt.

Der Prozessbeginn

27. September: Der Prozess gegen Murray beginnt in Los Angeles. Die Anklage wirft ihm „grobe Fahrlässigkeit“ vor, die Verteidigung weist Jackson die Schuld zu.

Schwere Vorwürfe

3. Oktober 2011: Die Notärztin, die Jackson für tot erklären ließ, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Leibarzt. Er habe ihr verschwiegen, dass er ein Narkosemittel verabreicht hatte.

Fehlerhafte Spurensicherung

6. Oktober 2011: Eine Ermittlerin räumt vor Gericht Fehler bei der Spurensicherung ein.

Wiederbelebung verpatzt

12. Oktober 2011: Ein Kardiologe wirft Murray vor, er habe seine ärztlichen Pflichten grob vernachlässigt. So habe er den Notarzt zu spät alarmiert. Zudem habe er die Wiederbelebungsversuche verpatzt.

Propofol selbst gespritzt

28. Oktober 2011: Ein Facharzt erklärt, der Popstar habe sich die tödliche Dosis des Betäubungsmittels Propofol vermutlich selbst gespritzt.

Schuldig gesprochen

7. November 2011: Die Geschworenen sprechen Murray der fahrlässigen Tötung schuldig. Das Strafmaß soll am 29. November bekanntgegeben werden

Entschädigung gefordert

24. November 2011: Der Staatsanwalt fordert eine Entschädigung von 100 Millionen US-Dollar für Jacksons Erben.

Strafmaß verkündet

29. November 2011: Das Gericht in Los Angeles will das Strafmaß verkünden. Murray drohen bis zu vier Jahre Haft.

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