Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2006

12:00 Uhr

Fakten und Mythologische Deutungen

Stichwort: Sonnenfinsternis

Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond zwischen Erde und Sonne. Der Schatten des Mondes fällt auf Teile der Erde. Dazu müssen sich Erde, Mond und Sonne genau auf einer Linie befinden. Doch neben der wissenschaftlichen Betrachtung fand das Phänomen auch Eingang in die Mythen aller Kulturen.

Durch eine Wolkenlücke ist am 29.03 2006 am Himmel über Marktoberdorf im Allgäu eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Foto: dpa

Durch eine Wolkenlücke ist am 29.03 2006 am Himmel über Marktoberdorf im Allgäu eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Foto: dpa

HB HAMBURG. Da die Mondbahn leicht gekippt ist, kommt es nicht jeden Monat zu einer Sonnenfinsternis. Sie tritt nur ein, wenn der Neumond gerade die Erdbahn kreuzt. Das Phänomen ist einem Zufall zu verdanken: Mond- und Sonnenscheibe erscheinen von der Erde aus gesehen etwa gleich groß, so dass der Mond die rund 400 Mal größere Sonne komplett verdecken kann.

Eine totale Sonnenfinsternis ist nur in dem schmalen Streifen des Kernschattens auf der Erdoberfläche zu sehen. In diesem maximal knapp 300 Kilometer breiten Korridor wird es für wenige Minuten nachtdunkel, Sterne erscheinen am Himmel, Tiere begeben sich zur Ruhe. Da der Schattenpfad so schmal ist, sind totale Sonnenfinsternisse an einem festgelegten Ort sehr selten: Durchschnittlich tritt an jedem Punkt der Erdoberfläche nur alle 360 Jahre eine totale Sonnenfinsternis ein.

Bei einer totalen Sonnenfinsternis wird auch der als Strahlenkranz erscheinende Bereich der Sonnenatmosphäre, die so genannte Korona, sichtbar. Zudem erscheinen auf der Erde „fliegende Schatten“. Dies sind bis zu einem Meter breite Schattenstreifen, die kurz vor und nach der totalen Sonnenfinsternis über die Erde huschen und von Ungleichmäßigkeiten in der optischen Dichte der Luft hervorgerufen werden, wenn sie von der dünnen Sonnensichel durchschienen werden.

Außerhalb des Kernschattenpfads ist eine totale Sonnenfinsternis als Teilfinsternis zu sehen. Dabei wird die Sonnenscheibe nur teilweise vom Mond verdeckt. Der Bedeckungsgrad variiert je nach Nähe zur Kernschattenzone. Bei moderatem Bedeckungsgrad wie an diesem Mittwoch in Deutschland bleibt eine Teilfinsternis in der Regel von den meisten Menschen unbemerkt, weil sich das Sonnenlicht nicht nennenswert abschwächt. Nur bei gezielter Beobachtung ist das Himmelsschauspiel zu sehen. Dazu ist allerdings ein spezieller Augenschutz nötig, ohne den schwere Augenschäden drohen. Sonnenbrillen schützen nicht ausreichend.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×