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19.02.2014

12:40 Uhr

Fall Tebartz-van-Elst

Bis zu 13 Millionen zweckentfremdet

Erstmals wird eine Summe bekannt: Bis zu 13 Millionen Euro soll Bischof Tebartz-van Elst aus dem Sondervermögen des St. Georgswerks für seine Belange benutzt haben. Der Umgang mit diesem Geld wird derzeit geprüft.

Stolzer Bischof vor „wertiger“ Kulisse – doch wo kam das Geld dafür her? dpa

Stolzer Bischof vor „wertiger“ Kulisse – doch wo kam das Geld dafür her?

LimburgDas Bistum Limburg hat erstmals das Vermögen des St. Georgswerks beziffert, aus dem Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Geld für den Bau des umstrittenen Diözesanzentrums entnommen haben soll. Der Bischöfliche Stuhl habe das Georgswerk im Jahr 2011 aufgelöst und in Folge dessen über 13 Millionen Euro verfügt, erklärt der Finanzdezernent des Bistums, Gordon Sobbeck, gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Entgegen bisheriger Berichte präzisiert Sobbeck, dass das 1948 gegründete St. Georgswerk keine Stiftung, sondern ein Sondervermögen sei. Der Zweck dieses Geldtopfes sei der Wiederaufbau kirchlicher Gebäude und der Bau von Sozialwohnungen gewesen. Und die Zweckbindung des Vermögens, so Sobbeck, „bestand und besteht weiter“.

Das Vermögen habe aus einer Immobilie, Wertpapieren sowie Darlehen an Dritte in Höhe von sieben Millionen Euro bestanden. Letztere seien später an das Bistum veräußert worden. Die 13 Millionen Euro standen dem rechtlich eigenständigen Bischöflichen Stuhl somit zum Großteil zur Verfügung. Gedacht war es eigentlich, um arme und kinderreiche Familien zu unterstützen.

Vor einer Woche hatte bereits das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, dass Geld aus mindestens einer Stiftung geflossen sei. Neben Bischof Peter Tebartz-van Elst steht nun auch der Generalvikar Franz Kaspar unter Verdacht, treibende Kraft bei den Geldgeschäften des Bistums gewesen zu sein.

Die „Süddeutsche Zeitung“ beschreibt ein System der Vertuschung und Verschleierung in der Limburger Führungsriege. Um möglichst ungestört von Kontrolle und Kritik agieren zu können, seien die Unterlagen über die Finanzierung in eine Geheimregistratur ausgelagert worden.

Seit Oktober untersucht eine von der Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission die auf mehr als 30 Millionen Euro explodierten Kosten am Bischofssitz. Die Kommission besteht aus zwei Geistlichen und drei Wirtschaftsprüfern. Alle Finanzangelegenheiten würden „auch unter moralischen Gesichtspunkten“ unter die Lupe genommen.

Auch eine Entscheidung über die Zukunft des umstrittenen Bischofs wird in der Folge erwartet. Papst Franziskus hatte der derzeit von Papst Franziskus beurlaubte Tebartz-van Elst Ende Oktober eine Auszeit verordnet, bis der Untersuchungsbericht vorliegt.

Der Papst wird laut Spiegel die Angelegenheit nach Informationen aus dem Staatssekretariat des Vatikans nicht lange liegen lassen. Tebartz-van Elst selbst habe mit seinem Anwalt umfangreiche Stellungnahmen zu den Vorwürfen ausgearbeitet.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

19.02.2014, 13:44 Uhr

Die katholische Kirche schwimmt ja im Geld, das dürfte somit für die Oberen nicht tragisch sein (peanuts), aber warum schickt man den verschwenderischen Bischof nicht in die Mission nach Afrika, dort kann er aktive Hilfe bei wirklich Bedürftigen leisten

Account gelöscht!

19.02.2014, 13:51 Uhr

Der Bischof hat richtigerweise das Geld in gute, schöne und wertbeständige Bauwerke gesteckt.
Statt es dem Finanzkraken eu, den Finanzgangstern und den Griechen zu überlassen.

Wisset: Bei der Europleite ist das Geld weg. Richtig weg.

Und wenn man es an arme Leute verteilt (Hartz-Zulage?) ist es ebenfalls weg. Wenn die Leute früher so einfältig gedacht hätten, gäbe es heute keine Dome und keine Kirchen.

e.h.

19.02.2014, 14:00 Uhr

Seit Martin Luther hat sich in der katholischen Kirche nichts geändert. korrupt , böse, diktatorisch und wer nicht folgt dem droht man mit dem ewigen Fegefeuer. Der Witz ist, dass sie weiterhin für das gute in der Welt steht trotz ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart.

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