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10.02.2015

15:37 Uhr

Femen-Protest vor Prozess

Strauss-Kahn weist alle Zuhälterei-Vorwürfe zurück

Im Prozess um Sexpartys mit Callgirls hat der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn alle Vorwürfe zurückgewiesen. Vor dem Gerichtssaal gab es nackten Protest – eine Aktivistin sprang ihm auf die Motorhaube.

Femen-Protest gegen Strauss-Kahn – „Zuhälter-Kunden schuldig sprechen“. dpa

Nackter Protest gegen Strauss-Kahn

Femen-Protest gegen Strauss-Kahn – „Zuhälter-Kunden schuldig sprechen“.

LilleIm Prozess um Sexpartys mit Callgirls hat der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn alle Vorwürfe wegen Zuhälterei in Bausch und Bogen zurückgewiesen. „Ich sehe mich in keinster Weise als Organisator dieser Abende“, sagte der 65-Jährige mit Blick auf die Sexpartys am Dienstag vor Gericht im nordfranzösischen Lille. Er blieb auch dabei, dass er nicht wusste, dass die Frauen Prostituierte waren.

Der einstige sozialistische Spitzenpolitiker ging in seiner Aussage sogar noch weiter: Prostituierte seien nicht sein Geschmack und entsprächen auch nicht seiner Vorstellung von sexuellen Beziehungen, machte Strauss-Kahn deutlich. „Das gefällt mir nicht, weil ich es mag, wenn gefeiert wird.“ Er sei „Gast“ bei den Partys gewesen.

Dominique Strauss-Kahn: Ein Callgirl zum Vertragsabschluss

Dominique Strauss-Kahn

Ein Callgirl zum Vertragsabschluss

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wird am Dienstag vor Gericht befragt. Der Prozess zeigt erneut die Nähe zwischen Prostitution und Geschäftswelt. Eine Ex-Prostituierte erzählt von Korruption, Erpressung und Intrigen.

Strauss-Kahn wird in dem Prozess gegen insgesamt 14 Angeklagte in Lille vorgeworfen, zwischen März 2008 und Oktober 2011 der Prostitution von sieben Frauen "Vorschub geleistet" zu haben, indem er ausschweifende Sexpartys unter anderem in Paris und Washington mitorganisierte. Auf schwere Zuhälterei stehen in Frankreich bis zu zehn Jahre Gefängnis und 1,5 Millionen Euro Strafe.

Der einstige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), der bis zu seinem Rücktritt wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den USA im Mai 2011 als einer der mächtigsten Männer der Welt galt, hob nun vor Gericht hervor: "Ich hatte nicht die Zeit, irgendeinen Abend zu organisieren." Er wies auch den Eindruck regelrechter Sexorgien zurück: "Es hat diese zügellose Aktivität nicht gegeben." Es sei lediglich um vier Treffen pro Jahr gegangen.

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