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26.08.2013

20:35 Uhr

Feuer nicht unter Kontrolle

Waldbrand bedroht Wasserspeicher San Franciscos

Unermüdlich kämpfen die Feuerwehrleute bei San Francisco gegen die Waldbrände, bisher ohne Erfolg. Nun bedroht das Ausmaß der Verwüstungen auch die Versorgung von San Francisco – obwohl 300 Kilometer entfernt.

Waldbrand

Yosemite in Flammen

Waldbrand: Yosemite in Flammen

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Los AngelesDie Feuerwehr im US-Bundesstaat Kalifornien bekommt den gigantischen Waldbrand in der Nähe des Yosemite-Nationalparks nicht unter Kontrolle. Das Flammenmeer breitete sich am Montag weiter aus und bedrohte die Versorgung der gut 300 Kilometer entfernt liegenden Metropole San Francisco mit Strom und Wasser. Das Feuer ist einer der größten Brände in der kalifornischen Geschichte.

US-Medien zufolge waren die Flammen am Montag keine zehn Kilometer vom Hetch-Hetchy-Wasserreservoir entfernt. Der Speicher ist die wichtigste Trinkwasserquelle für das Ballungsgebiet San Francisco Bay, in dem 2,6 Millionen Menschen leben. Tyrone Jue vom kommunalen Versorger sagte der Zeitung „San Francisco Chronicle“, dass es bisher weder einen Engpass bei der Wasserversorgung noch eine Verschlechterung der Wasserqualität gegeben habe. Allerdings würden Vorkehrungen für diesen Fall getroffen. Unter anderem stünden Wasserspeicher zur Verfügung.

Der Großraum San Francisco ist auch von Energielieferungen aus Wasserkraftwerken in der Gegend des Yosemite-Parks abhängig. Zwei der drei Kraftwerke seien wegen Brandschäden vorübergehend geschlossen worden, sagte Jue. Die Reparaturarbeiten an einer der Anlagen sollten noch am Montag abgeschlossen werden, bei dem anderen beschädigten Werk sei ein Reparatureinsatz noch zu gefährlich. Der Gouverneur Kaliforniens, Jerry Brown, hatte am Freitag wegen der Gefährdung der Wasser- und Stromversorgung den Notstand für San Francisco ausgerufen.

US-Präsident Barack Obama ließ sich in einem Telefonat am Sonntag von Brown über das Feuer unterrichten. Obama habe dabei die Unterstützung mit Bundesmitteln angeboten, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Außerdem dankte der Präsident den Männern und Frauen, die „unermüdlich“ gegen die Flammen ankämpften.

Das Feuer breitete sich am Wochenende rasant aus und bedrohte zwischenzeitlich rund 4500 Häuser. Mehr als 3600 Feuerwehrleute waren zusammen mit Löschhubschraubern und -flugzeugen im Einsatz, hatten am Montag laut der von den Behörden betriebenen Webseite InciWeb aber erst 15 Prozent des Brandes unter Kontrolle. Durch das Feuer entstand US-Medien zufolge bereits ein Schaden von mehr als 20 Millionen Dollar.

Der Waldbrand war vor gut einer Woche aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen und lodert bereits auf 600 Quadratkilometern - das entspricht der Fläche der Metropole Chicago. Begünstigt wurde das Feuer durch extreme Trockenheit und starke Winde. Im berühmten Yosemite Nationalpark wurden etwa 50 Quadratkilometer Land verwüstet. Der Großteil des Parks, darunter die bei Urlaubern besonders beliebten Yosemite Fälle, ist nach Behördenangaben von den Flammen derzeit nicht betroffen.

Für die US-Forstbehörde hat der Schutz des Nationalparks oberste Priorität. „Der Park ist ein nationaler Schatz“, sagte eine Sprecherin dem Nachrichtensender CNN. „Was immer gefordert ist, wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um den Park zu schützen.“ Das Feuer ist den kalifornischen Behörden zufolge der dreizehntgrößte Brand seit Beginn der Aufzeichnungen in dem Bundesstaat im Jahr 1932.

Kalifornien

Schwere Waldbrände bedrohen Nationalpark

Kalifornien: Schwere Waldbrände bedrohen Nationalpark

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Von

afp

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