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23.01.2010

14:39 Uhr

FIBT

Bob-Weltverband gerät in Geldnot

Der Bob- und Skeleton-Weltverband FIBT ist in Geldnot, nicht einmal die Finanzierung bis zu den nächsten Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi scheint sicher. Nun haben sich die Verbände der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um neue Wege in der Vermarktung und Positionierung der Sportarten zu gehen.

Der Bobsport befindet sich in der Krise, die Medienpräsenz ist gering, die Popularität mäßig. Quelle: SID

Der Bobsport befindet sich in der Krise, die Medienpräsenz ist gering, die Popularität mäßig.

HB INNSBRUCK/IGLS. Der Bob- und Skeleton-Weltverband FIBT ist in große finanzielle Schwierigkeiten geraten. Daher haben sich die Verbände der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um neue Wege in der Vermarktung und Positionierung der Sportarten zu gehen. Zugleich präsentierten die vier Nationen, die dreiviertel der Weltcups veranstalten, bei der "Innsbrucker Erklärung" am Freitagabend Ivo Ferriani aus Italien zum Präsidentschaftskandidaten.

Der Multifunktionär, der Bob-Pilot, Trainer, Bahnarbeiter und Olympia-Manager war, soll bei der geplanten Wahl im September den umstrittenen FIBT-Präsidenten Robert H. Storey aus Kanada ablösen.

"Der Sport hat in den letzten Jahren viel verloren. Es fehlt an jungen Leuten. Der Stolz auf den Sport droht verloren zu gehen, das öffentliche Interesse nimmt ab und es gibt keine Neuentwicklung", meinte Ferriani in einer emotionalen Rede und forderte einen Neubeginn.

Der Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Andreas Trautvetter, ist vor allem wegen der wirtschaftlichen Lage der FIBT besorgt und bemängelt intransparente Entscheidungen: "Ohne Konsolidierung der FIBT-Finanzen ist anzunehmen, dass die Finanzierung bis zu den nächsten Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi nicht gesichert ist. Auch die geplante Erhöhung der IOC-Gelder um fast zwei Mio. Euro, die nach unserem Wissen noch nicht schriftlich zugesichert ist, würde die finanzielle Situation nicht wesentlich verbessern." Nach Insider-Informationen hat der Weltverband derzeit Mehrausgaben von 2,8 Mio. Euro.

Der Präsident der Schweizer, Peter Schmid, bemängelt die Qualität des Marketings durch die FIBT: "Die Vermarktung wurde den aktuellen marktwirtschaftlichen Anforderungen nie angepasst. Dadurch werden etliche Kommunikationswege nicht genutzt: Die Medienpräsenz ist sehr gering, was der Bekanntheit des Sportes nicht hilft. Alles in allem fehlt dazu eine professionelle Marketingstrategie und ein globales Konzept. Um den Sport populärer zu machen, braucht es auch neue Formate, wie den Monobob. Die FIBT weigert sich aber dafür ein Reglement auszuarbeiten.

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