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07.09.2014

10:43 Uhr

Filmfestival in Venedig

Zwei Preise für deutsche Koproduktionen

Der Goldene Löwe von Venedig geht an den kunstvollen Film „A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence“. Regisseur Fatih Akin gewinnt nichts, dafür aber der in Berlin lebende Kaan Müjdeci.

Herzlichen Glückwunsch! Regisseur Roy Andersson gewinnt den Goldenen Löwen. ap

Herzlichen Glückwunsch! Regisseur Roy Andersson gewinnt den Goldenen Löwen.

VenedigBeim Filmfestival Venedig sind gleich zwei deutsche Koproduktionen mit wichtigen Auszeichnungen geehrt worden. Der melancholische und kunstvolle Beitrag „A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence“ des schwedischen Regisseurs Roy Andersson gewann am Samstagabend den Goldenen Löwen. Der Spezialpreis der Jury ging an den in Berlin lebenden Kaan Müjdeci für „Sivas“. Beide Werke entstanden mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland.

Für die Dokumentation „The Look of Silence“ des US-Amerikaners Joshua Oppenheimer gab es den Großen Preis der Jury, die zweithöchste Auszeichnung des ältesten Filmfestivals der Welt. Der Deutsch-Türke Fatih Akin ging mit dem Armenierdrama „The Cut“ dagegen leer aus.

Andersson (71) unterteilt seinen Film in verschiedene Kapitel und erzählt so episodenhaft aus dem Leben unterschiedlicher Menschen. Jede Szene wurde mit einer starren Einstellung eingefangen. „En duva satt på en gren och funderade på tillvaron“ – der Originaltitel – wird auf diese Weise zu einer Ansammlung vieler einzelner Kunstwerke.

Der Film habe sie überrascht und berührt, sagte Jurypräsident Alexandre Desplat nach der Preisverleihung. Der deutsche Regisseur Philip Gröning, ebenfalls Mitglied der Jury, lobte Anderssons Form: „Das ist sehr gewagt und komplett geglückt“, sagte er. „Die handwerkliche Perfektion finde ich hervorragend.“

Auch die Doku „The Look of Silence“ hatte zu den großen Favoriten des Festivals gehört. Das Werk über Massaker in Indonesien Mitte der 1960er-Jahre berührte viele Zuschauer. Darin konfrontiert der Bruder eines Opfers die Mörder von einst; von Reue ist fast nichts zu spüren. „Dies ist ein Meisterwerk“, sagte Jurymitglied Tim Roth. „Das ist etwas Außergewöhnliches.“

Der 33-jährige Kaan Müjdeci hatte es gleich mit seinem Debütfilm in den Wettbewerb geschafft – und jubelte am Ende über den Spezialpreis. In „Sivas“ beobachtet er, wie ein Junge wegen seines erfolgreichen Kampfhundes in einem türkischen Dorf an Ansehen gewinnt. Müjdeci wurde in der Türkei geboren, lebt aber seit Jahren in Deutschland.

Der Silberne Löwe für die beste Regie ging an den Russen Andrej Kontschalowski für den dokumentarischen Spielfilm „The Postman's White Nights“. Als beste Hauptdarsteller wurden die Italienerin Alba Rohrwacher und der US-Amerikaner Adam Driver geehrt. Sie spielen in „Hungry Hearts“ von Saverio Costanzo ein Paar, das durch die Geburt ihres Babys in eine Ausnahmesituation gerät.

Von

dpa

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