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05.06.2014

10:39 Uhr

Finanzen der Monarchen

So viel kosten die Königshäuser in Europa

In Zeiten klammer Kassen sollen auch Europas Königshäuser sparen. Doch wie viel die Blaublüter aus England, Spanien, den Niederladen und Co. ihre Steuerzahler tatsächlich kosten, ist kaum zu ermitteln.

Spanisches Königshaus

Warum Juan Carlos abdankte

Spanisches Königshaus: Warum Juan Carlos abdankte

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DüsseldorfDas spanische Königshaus ist eines der billigsten in Europa – zumindest den offiziellen Budgetzahlen zufolge. An direkten Zuwendungen erhielten der in dieser Woche zurückgetretene Juan Carlos und sein Hofstaat im vergangenen Jahr nur 8,16 Millionen Euro. Das macht 18 Cent pro Einwohner, zeigt eine Zusammenstellung des Handelsblatts.

Das wäre nur knapp die Hälfte dessen, was in Deutschland pro Einwohner für den Haushalt des Bundespräsidialamts gezahlt wird. Allerdings sind in den direkten Zuwendungen gerade in Spanien viele Zahlungen nicht enthalten, etwa für Palastangestellte oder die 1500-Mann-starke Palastwache.

Die meisten europäischen Königshäuser erhalten weiter zweistellige Millionenbeträge im Jahr direkt überwiesen. Hinzu kommen weitere deutlich höhere Kosten, etwa für Polizeibewachung, den Einsatz von Soldaten bei Zeremonien und massive Steuererleichterungen. In Belgien etwa sind noch nicht einmal die Heizkosten der königlichen Gebäude im offiziellen Budget enthalten. Schätzungen zufolge kostet die belgische Monarchie rund 30 Millionen Euro – bei elf Millionen offiziellem Budget.

So viel kosten die Royals: die Budgets der Königshäuser

Platz 8

Marie und Prinz Hans-Adam, Liechtenstein: Keine direkten Subventionen vom Staat.

Platz 7

König Juan Carlos und Kronprinz Felipe, Spanien: 8,2 Millionen Euro (0,18 Euro/Kopf).

Platz 6

Königin Margrethe, Dänemark: 13,2 Millionen Euro (2,36 Euro/Kopf).

Platz 5

Königin Mathilde und König Philippe, Belgien: 13,9 Millionen Euro (1,25 Euro/Kopf).

Platz 4

Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf, Schweden: 14 Millionen Euro (1,47 Euro/Kopf).

Platz 3

König Willem-Alexander, Niederlande: 38,1 Millionen Euro (2,27 Euro/Kopf).

Platz 2

König Harald V., Norwegen: 42,7 Millionen Euro (8,54 Euro/Kopf).

Platz 1

Queen Elizabeth II., Vereinigtes Königreich: 44,4 Millionen Euro (0,70 Euro/Kopf).

In Spanien ist die Diskrepanz noch höher: Zwar ist das Königshaus mit 8,16 Millionen Euro im Haushalt eines der „günstigsten“ Königshäuser in Europa, vor allem in Relation zur hohen Zahl der Untertanen – ein Schnäppchen sogar verglichen mit den mehr als 32 Millionen Euro für den Haushalt von Bundespräsident Joachim Gauck. Doch zusätzlich übernimmt der spanische Regierungspräsident etwa die Kosten für die Instandhaltung des Palacio de la Zarzuela, des Wohnsitzes der Familie, die Stromrechnung und das Gehalt für mehr als 130 Mitarbeiter.

In Spanien gehen Experten so vom Acht- bis Zwölffachen des offiziellen Budgets aus. Genaue Zahlen hat niemand. Denn wie viel die königliche Wache mit rund 1 500 Soldaten das Verteidigungsministerium kostet, darüber gibt es keine Angaben. Ebenso wenig wie über die königliche Autoflotte, die vom Finanzministerium finanziert wird, oder die Reisen, die das Außenministerium bezahlt.

Die Briten zahlen pro Kopf umgerechnet 70 Eurocent für ihr Königshaus. In diesen Zahlen sind nach einer Umstellung des Finanzsystems 2012 mehr Sonderzahlungen enthalten als in vielen anderen europäischen Ländern. Den offiziellen Budgetzahlen zufolge greifen die Norweger am tiefsten in die Tasche: Insgesamt 42,7 Millionen Euro Steuergeld lassen sich die Norweger ihr Königshaus jedes Jahr kosten - damit entfallen 8,54 Euro auf jeden Norweger.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.06.2014, 11:17 Uhr

Liebes Handelsblatt
Ich hätte nicht erwartet, dass eine Wirtschaftszeitung Äpfel mit Birnen vergleicht.
Wenn man schon ein Kostenranking aufstellt, muss man doch wohl zunächst mal die Kosten vergleichbar machen.

Account gelöscht!

05.06.2014, 19:26 Uhr

Ein Präsident der hier und da mal präsent ist oder die königliche Familie, die viel mehr auf Tuchfühlung mit dem Volk ist, viel mehr in der Öffentlichkeit präsent ist, das kann man nicht miteinander vergleichen.
Und wenn es mal wieder hart auf hart kommen sollte, ist ein Monarch eine ganz andere Integrationsfigur als ein Präsident.

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