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11.01.2016

12:49 Uhr

Finanzskandal

Die Schwester des spanischen Königs vor Gericht

VonSandra Louven

König Felipe VI. hat mit zahlreichen Reformen das Ansehen der spanischen Monarchie wieder hergestellt. Der Prozess gegen seine Schwester Cristina, der heute in Mallorca beginnt, stellt diese Erfolge auf eine harte Probe.

Beihilfe zum Steuerbetrug

Spanischer Königsschwester drohen vier Jahre Haft

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MadridDie Schwester des spanischen Königs, die Infantin Cristina, fühlt sich von ihrer Familie im Stich gelassen. Das zumindest berichten die Zeitungen des Landes. Die Royals in Madrid haben sich klar von ihr distanziert, um den Ruf der spanischen Krone zu schützen. Denn ab heute steht mit der 50-Jährigen erstmals ein Mitglied der Familie des Königs vor Gericht.

In dem Prozess geht es um eine Finanzaffäre von Cristinas Mann, dem ehemaligen Handballer Iñaki Urdangarin (47). Er leitete zusammen mit einem Geschäftspartner eine Stiftung namens Nóos, die zwischen 2004 und 2007 für Sportveranstaltungen, Marketingverträge und Kongresse überhöhte Preise von spanischen Regionalregierungen kassiert haben soll.

Einen Großteil der rund sechs Millionen Euro, die Nóós erhalten hat, sollen Urdangarin und sein Partner über verschiedene Firmen in die eigene Tasche geleitet haben - insgesamt 2,6 Millionen Euro. Cristina gehörte zusammen mit ihrem Mann jeweils die Hälfte an einer dieser Firmen. Ihr wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen, weil die illegalen Gelder nicht deklariert worden sind.

So viel kosten die Royals: die Budgets der Königshäuser

Platz 8

Marie und Prinz Hans-Adam, Liechtenstein: Keine direkten Subventionen vom Staat.

Platz 7

König Juan Carlos und Kronprinz Felipe, Spanien: 8,2 Millionen Euro (0,18 Euro/Kopf).

Platz 6

Königin Margrethe, Dänemark: 13,2 Millionen Euro (2,36 Euro/Kopf).

Platz 5

Königin Mathilde und König Philippe, Belgien: 13,9 Millionen Euro (1,25 Euro/Kopf).

Platz 4

Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf, Schweden: 14 Millionen Euro (1,47 Euro/Kopf).

Platz 3

König Willem-Alexander, Niederlande: 38,1 Millionen Euro (2,27 Euro/Kopf).

Platz 2

König Harald V., Norwegen: 42,7 Millionen Euro (8,54 Euro/Kopf).

Platz 1

Queen Elizabeth II., Vereinigtes Königreich: 44,4 Millionen Euro (0,70 Euro/Kopf).

Cristina selbst beteuert ihre Unschuld und erklärte dem Untersuchungsrichter im Februar 2014, sie habe zwar ihren Namen hergegeben, sich aber nicht um die Geschäfte ihres Mannes gekümmert. Die spanische Tageszeitung El País berichtete süffisant, sie habe bei ihrer Vernehmung 182 Mal „Das weiß ich nicht“ und 55 Mal „Daran erinnere ich mich nicht” gesagt.

Es kann jedoch sein, dass das Verfahren gegen die Infantin wieder eingestellt wird. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft fordert einen Freispruch, und auch das Finanzministerium als womöglich Geschädigter erhebt keine Anklage. Einziger Kläger ist die Gewerkschaft Manos Limpios (saubere Hände).

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Cristinas Verteidiger berufen sich auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, der in einem ähnlichen Fall gegen den ehemaligen Chef der Banco Santander, Emilio Botín, entschieden hatte, das Verfahren einzustellen. Auch damals gab es nur einen Nebenkläger. Cristinas Verteidiger haben deshalb gleich zu Prozessbeginn die Einstellung des Verfahrens gegen die Königs-Schwester beantragt. Doch selbst wenn das gelingt, leidet der Ruf der spanischen Krone durch den Prozess.

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