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05.10.2011

14:49 Uhr

Fischerei

Der Makrelen-Krieg geht weiter

VonChristin Otto

Die Färöer Inseln haben einmal mehr deutlich gemacht, dass sie auf EU-Fangrichtlinien nicht viel geben. Sie haben eigene, völlig überhöhte Fangquoten festgelegt und diese bereits ausgeschöpft.

Die Sorge um die Makrelen-Bestände steigt. dapd

Die Sorge um die Makrelen-Bestände steigt.

DüsseldorfDer Kampf um Makrelen nimmt kein Ende: Offensichtlich unbeeindruckt von Drohungen seitens der EU haben die Färöer Inseln britischen Medien zufolge verlauten lassen, ihre selbstgesetzte Makrelen-Fangquote für dieses Jahr bereits aufgebraucht zu haben.

Damit erreicht der Streit um den Fischfang im Nordatlantik einen neuen Höhepunkt. Angefangen hatte alles damit, dass Island und die Färöer-Inseln eigenmächtig ihre Makrelen-Fangquote für 2011 erhöht hatten. So wollte Island statt den bisherigen 2000 Tonnen stolze 150.000 Tonnen Makrelen fangen, die Färöer Inseln erhöhten von 25.000 auf 147.000 Tonnen. Die Begründung: Der Klimawandel treibe die Bestände immer weiter nach Norden. Ist mehr da, kann auch mehr gefangen werden – so die Argumentation der beiden Länder.

Die EU zeigte dafür wenig Verständnis: „Diese einseitig geschlossenen Makrelen-Quoten überschreiten das seit 1999 übliche Limit bei Weitem. Eine so exzessive Ausbeutung stellt eine Bedrohung für diesen wichtigen Fischbestand dar und verletzt unser gemeinsames Anliegen einer nachhaltigen Fischerei“, so die EU-Fischereikommissarin Maria Damanki.

Vor allem Schottland zeigte sich besorgt, denn die Gewässer der Länder grenzen aneinander. Einerseits fürchtete man, der Bestand könne kollabieren. Andererseits ist der Makrelenfang eine bedeutende Einnahmequelle des Landes. Also patrouillieren seither verstärkt Flugzeuge und Überwachungsboote über schottischen Gewässern. So soll sichergestellt werden, dass sich Fischer der Färöer Inseln nicht an den Makrelenbeständen vergehen. Erst vergangene Woche hatte der schottische Fischereiminister Richard Lochhead erneut gefordert, es müsse Schritte gegen illegale Fischerei geben. Doch die Zuständigkeit für den erhöhten Kontrollbedarf wälzte der sein Amtskollege von den Färöer Inseln, Johan Dahl, laut britischen Medien auf Schottland ab und zeigte sich regelrecht beleidigt. „Ich finde es extrem enttäuschend, dass Herr Lochhead offenbar davon ausgeht, dass die Färöer Behörden nicht bemüht und in der Lage sind, ihre eigene Fischerei zu kontrollieren, die Makrelen-Fischerei eingeschlossen“, so Dahl.

Angesichts der neusten Entwicklungen wird die britische Regierung laut Medienberichten noch in dieser Woche Handelssanktionen für Island und die Färöer Inseln fordern. Inwieweit sich der Konflikt auf die laufenden Beitrittsverhandlungen zwischen Island und der EU auswirken wird, ist noch unklar. Klar ist jedoch: In Sachen Fischerei verzichtet das Land offensichtlich lieber auf ein Mitspracherecht der europäischen Gemeinschaft.

Kommentare (2)

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Icke

05.10.2011, 22:56 Uhr

Beitrittsverhandlungen auf Eis legen, saftige Strafzölle erheben und guten Appetit wünschen.

PeterP

06.10.2011, 09:53 Uhr

Ist sowiso ein Schwachsinn mit Island zu verhandeln, die sind doch quasi Pleite!!

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