Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2012

17:19 Uhr

Flashmob am Kölner Dom

Facebook-Protest gegen staatlich verordnete Feierpause

VonTina Halberschmidt

Kann denn Tanzen Sünde sein? Definitiv nicht, meinen die Gegner des Tanzverbots an Karfreitag und protestieren auch via Facebook. Sogar vor dem Kölner Dom wollen die Initiatoren die Hüften schwingen.

Vor allem die jüngere Generation pfeift auf das Tanzverbot an den offiziellen "Stillen Feiertagen". AFP

Vor allem die jüngere Generation pfeift auf das Tanzverbot an den offiziellen "Stillen Feiertagen".

DüsseldorfAlle Jahre wieder dieselbe Diskussion: An Karfreitag, einem der so genannten „Stillen Feiertage“, sind Tanzveranstaltungen und andere Vergnügungen per Gesetz verboten. Vor allem die jüngere Generation ärgert sich darüber - und hinterfragt den Sinn der staatlich verordneten Feierpause.

Protest formiert sich längst auch in den virtuellen Welten des Web 2.0: Bei Facebook gibt es gleich mehrere Seiten und Gruppen, in denen sich Gegner des Tanzverbots aus ganz Deutschland organisieren. Die größte Gemeinschaft hat sich unter dem Motto „Gegen das Tanzverbot an FEIERtagen“ gebildet:

Fast 20.000 Facebook-Nutzer „liken“ die Seite, die sich vor allem gegen das Tanzverbot in Bayern richtet. „Tanzen ist DER Ausdruck von Freude und Feierlichkeit schlechthin! An den Feiertagen ist es in Bayern neun Mal pro Jahr verboten. Das wollen wir ändern“, erklären die Initiatoren der Page, die schon seit drei Jahren online ist.

Relativ neu hingegen ist die Facebook-Seite „Zum Teufel mit dem Tanzverbot“, auf der ein Flashmob organisiert wird. Am Karfreitag, 6. April, soll aus Protest vor dem Kölner Dom „ordentlich das Tanzbein geschwungen“ werden: „Schnappt Euch Eure MP3-Player samt Kopfhörer und kommt um 19 Uhr zum Dom“, rufen die Initiatoren auf.

Die Aktion, an der sich aktuell rund 200 Facebook-Nutzer beteiligen wollen, findet nicht nur Befürworter. Im Netz wird sie kontrovers diskutiert. „Ich finde es sehr schade, dass Ihr keine andere Weise findet, Eure Bedenken zum Ausdruck zu bringen, als gezielt die Gefühle anderer verletzen zu wollen“, schreibt Facebook-Nutzer Steve Henkel.

Freiheit stehe nicht nur lose für sich, sondern habe stets auch mit Respekt und Verantwortung zu tun. „Davon lässt die Aktion nichts erkennen“. Doch es gibt auch andere Stimmen. „Schöner Anlass und der richtige Ort, das werde ich mir wohl mal anschauen“, heißt es beispielsweise in den Kommentaren des Weblogs „Ruhrbarone", der über den Aufruf berichtet hat.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Macht

04.04.2012, 17:41 Uhr

Die katholische Kirche regiert noch immer Deutschland. Das st die Situation.

Account gelöscht!

04.04.2012, 17:52 Uhr

Die Leute die hier meckern sollten mal überlegen warum Karfreitag ein Feiertag ist.
Wer mit dem Feiertag nichts am Hut, hat kann ja gerne arbeiten gehen.
So schwer kann das garnicht sein an einem solchen Tag auf die Gefühle anderer Rücksicht zunehmen.

anonymus

04.04.2012, 17:59 Uhr

Man kann nicht alles haben:Frei und Feiern am Karfreitag!
Entweder frei und "sittsam" oder arbeiten und feiern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×