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25.11.2012

15:32 Uhr

Florierende Wilderei

Rhinohorn – teurer als ein Kilo Gold

VonWolfgang Drechsler

Die illegale Jagd hat dramatisch zugenommen. Vor allem in Südostasien versprechen sich viele vom Handel mit dem Horn gute Geschäfte. Allein in Südafrika sind 2012 bereits 560 Nashörner blutig abgeschlachtet worden.

Ein Nashorn in einem Reservat in der Nähe von Johannesburg. dpa

Ein Nashorn in einem Reservat in der Nähe von Johannesburg.

KapstadtAuf den ersten Blick sieht das Objekt der Begierde fast hässlich aus. Es ist hart, aus dem gleichen Material wie ein Fingernagel und eigentlich kaum mehr als ein Bündel fest zusammengeklebter Haare. Dennoch kostet ein Kilo Rhinohorn mehr als sein Äquivalent in Gold: Bis zu 60.000 Dollar werden in Südostasien für das vermeintliche Heil- und Potenzmittel gezahlt - mehr als für ein Kilo des gelben Metalls, das „nur“ rund 50.000 Dollar wert ist.

Kein Wunder, dass der illegale Handel mit dem Horn seit ein paar Jahren floriert. Mehr als 550 Nashörner sind in diesem Jahr in Südafrika bereits gewildert worden, allein sieben davon bei einem grausamen Massaker letzte Woche auf einer Wildfarm 120 Kilometer westlich von Johannesburg.

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Bis zum Jahresende dürfte die Zahl auf weit über 600 steigen – ein einsamer Rekord (2011: 448 Nashörner; 2010: 333). So verheerend ist die Lage inzwischen, dass in der Provinz Nordwest nun die Armee zum Schutz der Dickhäuter mobilisiert werden soll.

Noch stehen die Nashörner zwar nicht direkt vor der Ausrottung. Insgesamt leben in Südafrika noch immer rund 20.000 Breitmaulnashörner und fast 5000 Spitzmaulnashörner, überwiegend im Krüger-Nationalpark an der durchlässigen Grenze nach Mosambik. Doch wenn die Entwicklung so weitergeht wie in den vergangenen sechs Monaten, dann werden bald mehr Tiere getötet, als geboren werden beziehungsweise auf natürliche Weise sterben (rund 400 im Jahr). Es ist ein Kampf gegen die Zeit.

Angesichts der besorgniserregenden Lage gibt Südafrika mittlerweile viel Geld für den Kampf gegen die Wilderei aus. Auch haben am Kap die „Hawks“, eine Sondereinheit der Polizei zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens, nun alle Ermittlungen im Kampf gegen die Wilderei übernommen. Seitdem ist die Zahl der Verhaftungen leicht gestiegen, auch wenn der Polizei oft nur die kleinen Fische und nur selten die Hintermänner ins Netz gehen.

Vor kurzem erwischten die Ermittler jedoch zumindest einen der Drahtzieher: Der aus Thailand stammende Geschäftsmann Chumling Lemtongthai wurde Mitte November von einem Gericht der Wilderei von Nashörnern und der illegalen Ausfuhr der Hörner für schuldig befunden und zu 40 Jahren Haft verurteilt – die höchste je in Südafrika wegen Wilderei verhängte Strafe.

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Unter anderem konnte dem 44-Jährigen nachgewiesen werden, dass er mehr als 200 Nashörner illegal abschießen ließ. Dafür beantragte er legale Abschusslizenzen und benutzte dafür die Namen von zuvor aus Thailand eingeflogenen Prostituierten, die von ihm als Großwildjägerinnen eingetragen worden waren. Eigentlich ist die Nashornjagd an strenge Auflagen gebunden: Grundsätzlich wird nur eine Lizenz pro Jäger erlaubt, die rund 70.000 Dollar kostet.

Kommentare (7)

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Wolfsfreund

25.11.2012, 15:59 Uhr

Als Kommentar fällt mir nur ein einziges Wort ein, das diesen ganzen Wahnsinn auf einen Punkt bringt:

P E R V E R S ! :-(

dabro

25.11.2012, 18:59 Uhr

Das einzige was dagegen helfen würde wären synthetische Nashörner welch nicht von den Originalen zu unterscheiden sind... Diese Massenhaft auf den Markt gebracht und der Preis sinkt schnell... Gibt es eigentlich irgend etwas besonderes an der chemischen Zusammensetzung eines Nashorns?

Wolfsfreund

25.11.2012, 20:58 Uhr

"Gibt es eigentlich irgend etwas besonderes an der chemischen Zusammensetzung eines Nashorns?"
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Nein, das Nasenhorn besteht im wesentlichen aus Keratin, dem gleichen Zeug wie Finger- und Zehennägel oder Haare. Da könnte man auch die Haare beim Friseur zusammenkehren, die hätten die gleiche potenzsteigernde Wirkung, nämlich keine...

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