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02.08.2015

17:22 Uhr

Flüchtlinge in Deutschland

Til Schweiger plant Vorzeigeheim

Til Schweiger beabsichtigt gemeinsam mit Freunden ein Flüchtlingsheim in einer ehemaligen Kaserne aufzubauen. Die Reaktionen vor Ort sind bislang verhalten – eine Bürgerinitiative meldet allerdings bereits Bedenken an.

Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und eine vorbildliche Unterkunft bauen: „Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen.“ dpa

Gutmensch oder Wichtigtuer?

Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und eine vorbildliche Unterkunft bauen: „Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen.“

OsterodeFilmstar Til Schweiger (51) will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und in Niedersachsen eine vorbildliche Unterkunft bauen. „Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“, sagte der Schauspieler und Regisseur der „Bild am Sonntag“. Anfang 2014 haben die Freunde demnach die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen.“

Das Land Niedersachsen hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher sind die Verträge mit dem privaten Betreiber, der Firma Princess of Finkenwerder, nach Angaben aus dem Innenministerium aber noch nicht komplett unter Dach und Fach.

„Das ist noch nicht eingetütet. Wir freuen uns, dass sich auch Herr Schweiger dort engagieren möchte“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Philipp Wedelich, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Schweiger hatte dagegen der Zeitung gesagt, die Verträge seien seit Donnerstag unterschrieben. Vorgesehen war, dort zunächst etwa 200 und später bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen.

Betreiber soll die Firma Princess of Finkenwerder aus Stade werden. Eine Bürgerinitiative in Osterode hatte dagegen erhebliche Bedenken geäußert. Die Princess of Finkenwerder sei keine Non-Profit-Organisation, sondern ein gewinnorientierter Betreiber. Deswegen gebe es große Sorgen in der Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität.

Schauspieler Schweiger hat angekündigt, in dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten. Zu seiner Motivation sagte der Filmemacher („Honig im Kopf“): „Ich habe früher immer mit meiner Rolle als Schauspieler gehadert: Ich mache ja nur Faxen vor der Kamera und kriege dafür auch noch Geld.

Jeder Polizist, jeder Soldat, jede Krankenschwester leistet mehr für die Gesellschaft. Ich vermiete nur mein Gesicht.“ Erst mit seiner Funktion als Regisseur habe er das Gefühl, dass er etwas geschaffen habe, das gesellschaftliche Relevanz habe. „Jetzt schaffe ich etwas viel Relevanteres.“

Bei Facebook hatte Schweiger vor Tagen zu einer Spendenaktion für Flüchtlinge aufgerufen und sich nach einem Bericht über Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte auch an SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt.

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Gabriel habe ihn angerufen und sich eine halbe Stunde seinen Frust angehört, erläuterte Schweiger auch nochmal dem „Stern“. „Und dann lud er mich ein, mit ihm zusammen Flüchtlingsheime zu besuchen.“ Nach dem 15. September werde er den Kino-„Tatort“ abgedreht und dafür Zeit haben, sagte Schweiger.

Von den Deutschen wünschte sich Schweiger im „Stern“-Interview mehr Empathie. Flüchtlinge hätten das Schlimmste erlebt. „Und draußen tobt der Mob, der will sie anzünden“, warnte Schweiger, der nach seinem Spendenaufruf viele fremdenfeindliche Kommentare bekommen hatte.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Herr Edmund Stoiber

03.08.2015, 07:21 Uhr

So bleibt man dann halt auch im Gespräch!

Frau Ich Kritisch

03.08.2015, 08:39 Uhr

ich finde es grundsätzlich sehr interessant wenn "Prominente" mit ihrem Namen um Spenden bitten - ohne öffentlich zu machen wie viel, bzw. ob überhaupt von ihnen selbst gespendet wurde.

In diesem speziellen Fall scheint das ganze noch weit windiger zu sein. Zuerst wird eine Firma gegründet und das Areal gekauft. Dann wird mit Spendengeldern eine Stiftung eröffnet die der Firma dann sicherlich die Miete zahlt.

Dazu wird dort eine Näherei sein. Dort wird dann als Beschäftigungsmaßnahme genäht - sicherlich viel billiger als in China. angestellt werden dürfen die Flüchtlinge nicht. Sie besitzen ja nicht einmal einen Asylantenstatus.

So geht Geld verdienen! :-)

Herr wulff baer

03.08.2015, 08:41 Uhr

Es wäre besser, Til würde sich auf sein Metier Kinofilme konzentrieren.
Da hat er viel zu tun, denn seine Filme sind überwiegend von lausiger Qualität, wie die meisten deutschen Produktionen, die auch noch vom Steuerzahler mitfinanziert werden.

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