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15.04.2015

14:02 Uhr

Flüchtlinge vor Italien

Hilfsorganisation befürchtet 400 Tote im Mittelmeer

Möglicherweise sind erneut Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen. Italien versucht, den Ansturm der vergangenen Tage zu bewältigen – während die Küstenwache neue Schreckenszahlen mitteilt.

Drama vor der libyschen Küste

400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Drama vor der libyschen Küste: 400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

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RomBei einer der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen der vergangenen Jahre sind möglicherweise erneut hunderte Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das berichtete die Hilfsorganisation Save the Children unter Berufung auf Überlebende, die von der italienischen Küstenwache nach dem Kentern eines voll besetzten Bootes vor der libyschen Küste am Montag in Sicherheit gebracht wurden. Insgesamt retteten die Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen fast 10 000 Menschen auf hoher See, wie die Küstenwache am Mittwoch mitteilte.

Italien hat Mühe, den erneuten Ansturm zu bewältigen. Allein am Dienstag wurden nach Angaben der Küstenwache bei zwölf Rettungsaktionen 1511 Migranten in Sicherheit gebracht, innerhalb weniger Tage waren es damit fast 10 000. Italiens Kommunen und Regionen warnten, keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu können. „Wir sind am Ende unserer Kräfte“, sagte Giuseppe Geraci, Bürgermeister der kalabrischen Stadt Corigliano Calabro. „Wenn morgen weitere Migranten ankommen, können wir keine Unterstützung mehr garantieren.“

Im Auffanglager auf der Insel Lampedusa, das für etwas mehr als 250 Menschen ausgelegt ist, hielten sich nach Angaben der Agentur Ansa am Dienstag mehr als 1400 Menschen auf. Dutzende Schiffe der Küstenwache und der Marine mit geretteten Flüchtlingen an Bord erreichten am Mittwoch das italienische Festland.

Auch in Europa löste die erneute Katastrophe mit möglicherweise bis zu 400 Toten eine Diskussion über den Umgang mit den Flüchtlingen aus. Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen im Europaparlament, Ska Keller, sagte am Mittwoch in Brüssel, leider sei eine neue Katastrophe absehbar gewesen. In Ländern wie Deutschland oder Großbritannien lehnten Politiker ein europäisch koordiniertes Programm zur Rettung von Flüchtlingen mit der Begründung ab, dass dieses nur noch mehr Menschen auf Boote in Richtung Europa locken würde. „Das ist eine unvorstellbare Katastrophe“, sagte Keller zu dem jüngsten Schiffsunglück.

Die Küstenwache hatte am Montag 144 Flüchtlinge von dem gekenterten Boot vor der Küste Libyens gerettet. Neun Leichen wurden geborgen. Eine große Rettungsaktion nach den rund 400 Vermissten wurde eingeleitet. Weitere Überlebende wurden aber nicht gefunden. Es wäre eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen auf dem Mittelmeer, seit im Oktober 2013 mehr als 360 Menschen vor der Insel Lampedusa umgekommen waren.

Derzeit kommen Tausende Migranten vor allem aus Ländern Afrikas südlich der Sahara und aus Syrien in Italien an. Viele Boote starten in Libyen, das vom Bürgerkrieg zerrissen ist. Das italienische Rettungsprogramm für Flüchtlinge „Mare Nostrum“ war vergangenes Jahr ausgelaufen. Es wurde durch die EU-Grenzschutzmission „Triton“ abgelöst. Menschenrechtler und Hilfsorganisationen sehen darin aber mehr eine Abschreckungsmaßnahme als ein Rettungsprogramm für Menschen in Not. Rom fordert seit langem mehr Hilfe aus Europa, um die Flüchtlingskrise in den Griff zu bekommen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Teito Klein

15.04.2015, 11:06 Uhr

Auf dem Weg ins gelobte Land
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Kurz vor der Libyschen Küste ist ein seeuntaugliches Boot gekentert.
Die Schlepper setzten einen Notruf ab, bevor sie das Boot verließen.
Es sollen über 550 Flüchtlinge an Bord gewesen sein. Ca. 400 davon sind wohl ertrunken.
Die geretteten wurden nach Italien gebracht.

Herr Horst Meiller

15.04.2015, 12:23 Uhr

Auch das sind Opfer dieser Asylpolitik, welche die Menschen massenhaft hierher lockt, ohne eine Einladung des Volkes erhalten zu haben!

Herr Hans Mayer

15.04.2015, 13:20 Uhr

Würde Europa seine Meere so überwachen wie Australien und diese Boote konsequent zurückschicken wäre es morgen mit den Schlepperbanden vorbei.
Aber man ist ja entweder nicht in der Lage oder nicht willens diesen kriminellen Machenschaften Einhalt zu gebieten.
Unsre Blockparteien hätten die Flüchtlinge gerne als Wahlvolk somit nehmen sie auch den Tod vieler in Kauf.

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