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17.04.2015

08:03 Uhr

Flüchtlingsdrama

Muslime sollen Christen von Boot geworfen haben

Auf einem Flüchtlingsboot soll sich ein grausamer Gewaltexzess zugetragen haben: Muslimische Migranten hätten ihre christlichen Leidensgenossen über Bord geworfen, berichten Überlebende.

Illegale Einwanderer begeben sich in große Gefahren, um nach Europa zu gelangen. Von Nordafrika aus kommt derzeit eine beispiellose Flüchtlingswelle nach Europa. dpa

Lebensgefährliche Überfahrt

Illegale Einwanderer begeben sich in große Gefahren, um nach Europa zu gelangen. Von Nordafrika aus kommt derzeit eine beispiellose Flüchtlingswelle nach Europa.

MailandMuslimische Flüchtlinge sollen auf einer Passage über das Mittelmeer angeblich zwölf christliche Leidensgenossen über Bord geworfen haben. Die italienische Polizei in Palermo nahm deshalb am Donnerstag 15 Verdächtige fest. Ihnen wird mehrfacher Mord vorgeworfen. Die Polizei erklärte, das Motiv sei gewesen, dass die Opfer „sich zum christlichen Glauben bekennen, während die Angreifer Muslime waren“.

Die Polizei bezog sich nach eigenen Angaben auf Aussagen von etwa zehn Überlebenden aus Nigeria und Ghana, die am Mittwoch nach einer Rettungsaktion auf See in Palermo angekommen waren. Sie gaben an, den Zwischenfall beobachtet zu haben.

Die Zeugen berichteten der Polizei, dass sie am 14. April an der libyschen Küste ein Gummiboot mit 105 Passagieren bestiegen hätten. Während der Überfahrt hätten 15 muslimische Passagiere Migranten aus Nigeria und Ghana bedroht, weil diese Christen seien. Zwölf seien über Bord geworfen worden. Die Überlebenden retteten sich nach eigenen Angaben, indem sie sich aneinander ketteten und darum kämpften, an Bord zu bleiben.

Blutiger Terror in Nigeria

Dezember 2010

Bei blutigen Angriffe auf Christen in Nigeria sterben an Heiligabend mindestens 80 Menschen. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben. Dutzende Angreifer attackieren eine Kirche in Maiduguri. Am 26. Dezember gehen erneut mehrere Häuser in Flammen auf. In Jos kommt es nach den Explosionen zu Zusammenstößen.

Januar 2011

Bei Sprengstoffexplosionen werden in der Neujahrsnacht mindestens elf Menschen getötet. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen muslimische Extremisten im Verdacht.

Juni 2011

Bei mehreren Angriffen der radikalislamistischen Sekte Boko Haram innerhalb weniger Wochen sterben mehr als 30 Menschen. Ein Anschlag traf einen von Polizisten und Soldaten besetzten Biergarten. Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil ab – auch das Trinken von Alkohol.

Dezember 2011

Auch im Folgejahr kommt es am 24. Dezember zu neuen Anschlägen. In der Folgezeit werden regelmäßig christliche Gebäude bombardiert. Boko Haram hat es maßgeblich auf Kirchen abgesehen. Christen werden gezielt angegriffen und getötet.

November 2012

Bei einem Gefecht in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri mit dem örtlichen Militär wird Ibn Saleh Ibrahim, der Anführer von Boko Haram, erschossen.

Februar 2013

Die Terrorgruppe hat es inzwischen auch gezielt auf Ausländer abgesehen. Zunächst werden sieben Mitarbeiter einer britischen Baufirma, wenige Tage später eine mehrköpfige Familie aus Frankreich entführt.

Mai 2013

Angesichts der blutigen Situation ruft Nigerias Präsident Goodluck Jonathan den Notstand aus. Experten zufolge hat die Terrorgruppe Boko Haram bis zu diesem Zeitpunkt über 4000 Menschen getötet.

Januar 2014

Fast jeden Tag gibt es Meldungen über neue Entführungen und Morde. Die Terrormiliz geht weiter ungeachtet mit größter Brutalität vor und warnt andere Staaten vor militärischer Intervention.

März 2015

Nach eigenen Angaben hat es die nigerianische Armee geschafft, das Hauptquartier von Boko Haram zu zerstören. Zahlreiche Mitglieder der Terrormiliz seien getötet worden. Erst wenige Tage zuvor hatte Boko Haram eine Gruppe von knapp 500 Frauen und Kindern entführt.

Die Internationale Organisation für Migration befürchtete am Donnerstag eine neue Flüchtlingskatastrophe mit 41 Toten. Vier Migranten hätten das Unglück nach ihrer Ankunft im italienischen Hafen Trapani gemeldet, teilte die IOM mit Sitz in Genf mit. Insgesamt seien dort am Donnerstag 580 Flüchtlinge gelandet.

Nach Angaben der IOM entdeckte ein Helikopter die vier Flüchtlinge auf dem Meer treibend. Das italienische Marineschiff „Foscari“ habe sie dann gerettet. Es handele sich um zwei Nigerianer, einen Ghanaer und eine Person aus Niger. Sie hätten Tripolis in Libyen am Samstag verlassen.

Erst am Montag waren nach Erkenntnissen von Hilfsorganisationen wahrscheinlich etwa 400 Flüchtlinge bei einer anderen Tragödie umgekommen. Ihr Boot war vor der libyschen Küste gesunken. Danach waren Rufe nach mehr Rettungskräften im Gebiet zwischen Libyen und Europa laut geworden. Von Nordafrika aus kommt derzeit eine beispiellose Flüchtlingswelle nach Europa.

Von

ap

Kommentare (8)

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Herr Fred Meisenkaiser

17.04.2015, 08:26 Uhr

Da kann man schon ahnen, was künftig uf uns zukommt. Immer her mit den Flüchtlingen!

Herr Hans Mayer

17.04.2015, 08:49 Uhr

So sehen die dringend benötigten Facharbeiter aus, und wie die so ticken kann man auch gleich erfahren, Pech wenn man Christ ist.
Gibt es jetzt auch Lichterketten von unseren Kirchen und den Grün- linken ?, wohl eher nicht.
War wohl ein bedauerlicher Einzelfall, wir müssen unsere Willkommenskultur verbessern, dann passiert so was nicht.
Ich bin mal auf die Kommentare der "Gutmenschen" und Politiker gespannt.

Herr shar wes

17.04.2015, 08:51 Uhr

Wir brauchen mehr Einwanderung - wird doch gesagt. Und auch hier wird geschrieben, dass sehr viele Lehrstellen unbesetzt sind und ich glaube es war gestern "Hauptschüler" werden von Lehrstellen ausgeschlossen.
Sind Hauptschüler schlechter als Immigranten?!

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