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21.02.2017

15:08 Uhr

Flüchtlingspolitik

Papst fordert „Willkommenskultur statt Furcht“

VonRegina Krieger

Papst Franziskus fordert ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik. Und er geißelte erneut die ökonomische Ungleichheit sowie die Ausbeutung vieler durch einige wenige auf der Welt. Starke Worte, die viel Beifall erhielten.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche empfängt Flüchtlinge aus Syrien. dpa

Papst Franziskus

Das Oberhaupt der katholischen Kirche empfängt Flüchtlinge aus Syrien.

RomWenn es um das Thema Flüchtlinge geht, nimmt sich der Papst immer viel Zeit. Das Schicksal der Menschen, die ihr Land verlassen müssen, vor allem der Kinder, liegt ihm am Herzen. Ausführlich sprach Franziskus am Dienstagmorgen im Vatikan über die vierfache Pflicht, Migranten willkommen zu heißen, sie zu schützen, ihnen zu helfen und sie zu integrieren.

„Ich bin besorgt darüber, dass heute viele Migrationsbewegungen stattfinden, weil die Menschen gezwungen sind, zu gehen“, sagte der Papst. Das erhöhe die Pflicht für alle Beteiligten – Politik, Zivilgesellschaft und die Kirche – dringend ihre Arbeit zu koordinieren und effektiver zu gestalten. Und dann wurde er politisch: „Wir müssen zugehbare und sichere humanitäre Korridore schaffen.“

Ein Mentalitätswandel sei notwendig, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche mit ernstem Gesicht in der prächtigen Sala Clementina im zweiten Stock des Apostolischen Palastes. Statt Furcht müsse die Willkommenskultur verbessert werden: Und das beginne mit Schutz.

Papst Franziskus und die Flüchtlinge

Juli 2013

Als Ziel seiner ersten Reise als Papst wählt Franziskus die Insel Lampedusa, die zum Symbol für das Flüchtlingselend im Mittelmeer geworden ist. Dort prangert er eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ an, spricht den Flüchtlingen Mut zu und betet für die Opfer der Katastrophen und Schiffbrüche im Mittelmeer.

November 2014

Vor dem Europaparlament in Straßburg hält der Papst eine viel beachtete Rede. Der Argentinier mahnt Europa zur Solidarität mit Flüchtlingen und fordert: „Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird.“

September 2015

Der Vatikan nimmt eine syrische Flüchtlingsfamilie auf, Papst Franziskus trifft die Eltern mit ihren zwei Kindern persönlich. Zuvor hatte der Pontifex alle Pfarreien und Gemeinden in Europa zur Aufnahme von Flüchtlingsfamilien aufgerufen.

November 2015

Franziskus reist erstmals in ein Krisengebiet, besucht in der Zentralafrikanischen Republik ein Flüchtlingslager.

Januar 2016

In einer Ansprache fordert der Papst von der EU kreative Lösungen und mehr Solidarität in der Flüchtlingskrise. Europa habe die Mittel und die moralische Pflicht, „die Betreuung und die Aufnahme der Migranten zu garantieren“, fordert Franziskus.

März 2016

Am Gründonnerstag wäscht der Pontifex elf Flüchtlingen die Füße, darunter auch mehrere Muslime. Er kniet vor den Männern und Frauen nieder und küsst ihre Füße. Viele der Flüchtlinge weinen.

Die Unterbringung von vielen Menschen zusammen, Asylsuchenden und Flüchtlingen, habe keine positiven Ergebnisse gebracht, sondern neue Probleme geschaffen. Das ist eine Botschaft an die EU, die sich beim Thema Flüchtlinge, Auffanglager, Rückführung und Kooperation über Landesgrenzen hinweg von Gipfel zu Gipfel vertagt.

„Wir sind im Krieg“: Papst fordert politische Führung in Europa

„Wir sind im Krieg“

Papst fordert politische Führung in Europa

Europa sucht derzeit eine neue Vision und einen Weg in die Zukunft. Anlass für den Papst, mit Führungspersönlichkeiten ins Gericht zu gehen. Doch Franziskus hat nicht nur eine Botschaft an die Politiker.

Der Papst weiß, wovon er redet. Seine erste Reise nach der Wahl im Frühjahr 2013 ging nach Lampedusa. Auf der Mittelmeerinsel hat sich die Zahl der aus Seenot geretteten Flüchtlinge in den vergangenen Monaten sprunghaft gesteigert. Und auch auf Lesbos war der Papst, im April 2016, kurz nach der Einigung der EU mit der Türkei über die Rückführung.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sah sich die Zustände an, unter denen die Flüchtlinge dort leben mussten, und handelte. Kurzentschlossen nahm er von dort drei muslimische Familien aus Syrien mit ihren Kindern in seinem Flugzeug mit nach Rom.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

21.02.2017, 17:05 Uhr

Eine Organisation wie die Kirche, die mehr Tote als jede andere Vereinigung verursacht hat, sollte keine Kommentare in Sachen Kultur abgeben.

Herr San Yukon

21.02.2017, 17:06 Uhr

0Er könnte auch ein paar Milliarden von seiner Bank abheben und verteilen.

Account gelöscht!

21.02.2017, 17:15 Uhr

Nein Herr San Yukon, als Waffenhändler ist man auf sein Kapital angeweisen.

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