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20.04.2011

14:57 Uhr

Flug AF 447

Die große Frage nach der Absturzursache

Fluggesellschaften schauen gespannt auf die Bergungsarbeiten im Trümmerfeld des 2009 vor Brasilien abgestürzten Air-France-Airbus'. Die Ursache ist noch unklar - und die Luftfahrt kann das Risiko nicht kalkulieren.

Arbeiten an der Absturzstelle des Airbus. Quelle: dpa

Arbeiten an der Absturzstelle des Airbus.

Warum stürzt ein voll besetzter Air-France-Airbus auf dem Flug von Rio nach Paris mit 228 Menschen an Bord über dem Atlantik ab? Nach knapp zwei Jahren Rätselraten ist endlich eine realistische Chance auf eine Antwort in Sicht. Ab dem 22. April soll die jüngste und letzte Bergungsaktion - diesmal im Auftrag des französischen Staates - endlich Klarheit bringen. Der mit einem ferngesteuerten Tauchroboter ausgestattete Kabelleger „Ile de Seine“ soll dann von den Kapverden aus in See stechen, sofern das Wetter es zulässt. In rund 4000 Metern Tiefe soll er die Flugdatenschreiber (Blackbox) des abgestürzten Fliegers und mehrere Leichen bergen.

Die Entdeckung des 400 mal 200 Meter großen Trümmerfelds und die von Robotern geschossenen 15.000 Fotos warfen noch mehr Fragen zum Todesflug AF 447 vom 1. Juni 2009 auf. Denn zunehmend verdichtet sich die Vermutung zur Gewissheit, dass die Langstreckenmaschine vom Typ Airbus A330 erst beim Aufprall aufs Meer zerbarst und sank - sonst lägen die Trümmer weit zerstreut. Warum aber knallt ein mit modernen Computern und Sicherungssystemen ausgerüsteter Verkehrsjet mit einer Art Bauchklatscher aufs Wasser, ohne dass es die Piloten verhindern?

Der Absturz von Flug AF 447 könnte eine Bedeutung bekommen, die weit über den Einzelfall hinausweist. Denn sollte sich herausstellen, dass auch moderne Verkehrsjets durch aerodynamische Extremsituationen wie schwere Tropengewitter in fatale Notlagen gelangen können, müssten wohl weltweit die Sicherheitssysteme auch vieler anderer Flieger auf den Prüfstand. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch das große Interesse von Hersteller Airbus, der sich die Suche nach dem Wrack mehrere Millionen Euro kosten ließ. Doch auch andere Hersteller haben ein enormes Interesse daran zu erfahren, was bei diesem Flug wirklich passiert ist. Denn er sprengt in vielfacher Hinsicht den Rahmen des Wahrscheinlichen.

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