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06.08.2015

14:44 Uhr

Flug MH370

Neue Rätsel: Experten suchen und untersuchen Teile

Malaysia ist sicher: Das angeschwemmte Flugzeugwrackteil gehört zu MH370 - doch Angehörige sind nicht restlos überzeugt. Nun gibt es noch widersprüchliche Angaben zum Fund möglicher neuer Wrackteile.

Das gefundene Wrackteil der MH370-Maschine. dpa

MH370

Das gefundene Wrackteil der MH370-Maschine.

Paris, Kuala LumpurNach dem Fund eines Flügel-Wrackteils auf La Réunion will ein malaysisches Team weitere Flugzeug-Überreste auf der Insel im Indischen Ozean gefunden haben. Entsprechende Angaben der Regierung in Kuala Lumpur dementierten die zuständigen französischen Behörden am Donnerstag allerdings umgehend. Völlig unklar war, ob es sich bei diesen angeblichen Funden um weitere Trümmer der seit März 2014 verschollenen Boeing 777 von Malaysia-Airlines-Flug MH370 handeln könnte.

Das malaysische Team habe auf der französischen Insel viele weitere Teile eingesammelt, sagte Verkehrsminister Liow Tiong Lai in Kuala Lumpur. Darunter seien Flugzeugfenster. Alles sei den französischen Behörden übergeben worden. Doch die für die französischen Ermittlungen zum Verschwinden von Flug MH370 zuständige Pariser Staatsanwaltschaft weiß davon nichts: „Die Staatsanwaltschaft von Paris dementiert momentan den Fund neuer Wrackteile“, sagte eine Vertreterin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur.

Das rätselhafte Verschwinden von MH370

8. März 2014

Die Airline teilt mit, der Kontakt sei kurz nach dem Start abgebrochen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Vor Vietnam beginnt eine internationale Suche.

14. März

Die Suche konzentriert sich auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.

15.März

Die Ermittler vermuten Sabotage. Die Boeing sei nach dem letzten Kontakt stundenlang auf neuem Kurs geflogen. Wahrscheinlich wurden Kommunikationssysteme absichtlich abgeschaltet, heißt es.

29. Mai

Die Maschine liege nicht im vermuteten Absturzgebiet, teilt das Koordinationszentrum mit.

20. Juni

Nach einer neuen Datenanalyse ist das Flugzeug wahrscheinlich weiter südlich als angenommen abgestürzt.

26. Juni

MH370 flog nach Einschätzung der Ermittler vor dem Absturz auf Autopilot.

28. August

Neueste Auswertungen legen nahe, dass das Flugzeug womöglich etwas früher Richtung Süden abdrehte.

5. Oktober

Die Suche wird in einem neu eingegrenzten Gebiet wieder aufgenommen.

29. Januar 2015

Malaysia erklärt alle Passagiere des vermissten Flugzeugs für tot. Die Suche nach der Maschine geht weiter.

8. März

Ein von Malaysias Verkehrsministerium am Jahrestag des Verschwindens veröffentlichter Zwischenbericht enthält nichts Neues.

24. März

Neuen Analysen zufolge ist das Flugzeug in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Das letzte Signal wurde laut malaysischer Regierung westlich der australischen Stadt Perth empfangen.

29. Juli

Ein Wrackteil vor der Insel La Réunion löst Spekulationen um mögliche Verbindungen zu Flug MH370 aus.

Die vergangene Woche auf der Tropeninsel angeschwemmte Flügelklappe wird unterdessen weiter in einem Labor bei Toulouse untersucht. Malaysia versuchte am Donnerstag, Zweifel an der Zuordnung des Wrackteils zum Flug MH370 auszuräumen. Die Flügelklappe trage ein Wartungssiegel von Malaysia Airlines, sagte Liow Tiong Lai. Deshalb sei die Regierung sicher, dass sie zu der vor 17 Monaten verschwundenen Boeing 777 gehöre. Bei den nunmehr gefundenen Teilen müsse dies aber noch geprüft werden, betonte der Minister.

Familien chinesischer Passagiere hatten sich zuvor skeptisch über die Ankündigungen aus Malaysia geäußert. Nach den ersten Analysen der Flügelklappe am Mittwoch hatte Malaysia die Verbindung zu MH370 für bestätigt erklärt. Die französische Justiz äußerte sich etwas vorsichtiger und sprach von einer „sehr starken Vermutung“.

„Ich bekomme das Gefühl, dass Malaysia diese Sache so schnell wie möglich abschließen will, anstatt auf unsere Zweifel einzugehen“, sagte Wang Zheng, dessen Eltern in der Maschine waren, der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Die meisten Passagiere an Bord der Malaysia-Airlines-Maschine waren Chinesen.

Kommentare (1)

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Herr Marc Otto

06.08.2015, 12:26 Uhr

Auch wenn das alles lange gelaufen ist, so tut es gut, dass nun ein würdiger Abschluss gefunden werden kann.

Viel Erfolg bei der weiteren Suche.

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