Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2014

04:36 Uhr

Flug MH370

Piloten geraten unter Verdacht

Wurde das verschollene Flugzeug der Malaysia Airlines entführt? Ein Test im Flugsimulator soll neue Erkenntnisse bringen. Kritik an der „schmerzhaften“ Verspätung der Veröffentlichungen wächst.

Malaysian Airlines

Razzien bei Piloten des verschollenen Flugs MH 370

Malaysian Airlines: Razzien bei Piloten des verschollenen Flugs MH 370

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kuala LumpurDas ungeklärte Schicksal des verschollenen Malaysia-Airlines-Passagierflugzeugs entwickelt sich zu einem der rätselhaftesten Dramen der Luftfahrtgeschichte. Neue Ermittlungen rückten am Wochenende die beiden Piloten der Maschine ins Visier, deren offenbar gezielter Kursschwenk und stundenlanger Irrflug mit unbekanntem Ziel weiterhin viele Fragen aufwirft.

Nach den neuen Enthüllungen wächst in China die Kritik an den malaysischen Behörden. In einem scharfen Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, den die Zeitungen am Montag verbreiteten, wurde ein Mangel an zeitgemäßen Informationen und Vergeudung der massiven Suchbemühungen beklagt. „Angesichts der heutigen Technologie riecht der Zeitverzug entweder nach Vernachlässigung von Pflichten oder einem Zögern, Informationen umfassend und rechtzeitig zu teilen. Das wäre unerträglich.“

Malaysia trage unvermeidlich Verantwortung, aber auch andere Beteiligte wie der Flugzeugbauer Boeing, die Triebwerkshersteller Rolls Royce und die „Geheimdienst-Supermacht USA“ hätten „bessere Arbeit leisten sollen“. Unter den 239 Insassen an Bord der am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschollenen Maschine waren 154 Chinesen. Dass die neuen Erkenntnisse nur mit „schmerzhafter“ Verspätung veröffentlicht worden seien, habe Gerüchte aufkommen lassen, was die Nerven der wartenden Familien wiederholt aufgerieben habe, beklagte die Staatsagentur.

„Wer? Wie? Wo?“, fragte die malaysische Zeitung „New Straits Times“ auf ihrer Titelseite - und Antworten darauf erhoffen sich neben den verzweifelten Angehörigen der 239 Flugzeuginsassen auch die unter Erfolgsdruck stehenden Ermittlungsbehörden. Malaysias Regierung erklärte am Samstag, der offenkundige Kurswechsel der Maschine deute stark auf „gezieltes Handeln von jemandem an Bord“ hin, zumal die Kommunikationssysteme zuvor höchstwahrscheinlich manuell nacheinander abgeschaltet worden seien.

Verschollene Flugzeuge

Ganz seltener Fall

Ein Flugzeug verschwindet - das passiert in Zeiten von Radar, Funkverkehr und anderen technischen Errungenschaften nur ganz selten. Nach einem Absturz werden Wracks meist innerhalb weniger Stunden geortet. Doch manchmal kann es auch Tage oder Wochen dauern, bis man Hinweise auf den Verbleib der Maschinen und das Schicksal der Insassen findet - etwa wenn die Flugzeuge über abgelegenen Gebieten, unwegsamem Gelände oder dem offenen Meer abgestürzt sind.

Malaysia Airlines Flug 370

Im März 2014 verschwindet Flug 370 der Malaysia Airlines auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking. Bis heute fehlt von der Maschine mit 239 Menschen an Bord jede Spur.

Air France Flug 447

Nach dem Absturz des Airbus A330 im Jahr 2009 wurden Wrackteile innerhalb weniger Tage gefunden. Doch es dauerte zwei Jahre, bis der Rumpf der Maschine auf dem Grund des Atlantik entdeckt wurde. Die Maschine war auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in einen schweren Sturm geraten und abgestürzt. Alle 228 Menschen an Bord kamen um.

Adam Air

Eine Boeing 737 der indonesischen Fluggesellschaft mit 102 Menschen an Bord stürzte am 1. Januar 2007 ab. Teile des Hecks und andere Trümmer wurden einige wenige Tage später entdeckt. Bis zur Bergung der Blackbox und des Stimmrekorders dauerte es neun Monate. Der Rumpf liegt bis heute auf dem Grund des Ozeans.

Merpati Nusantara Airlines

1995 verschwand eine Maschine der indonesischen Airline auf dem Flug zwischen zwei Inseln des Archipels. Von der Havilland Twin Otter 300 mit 14 Insassen fehlt bis heute jede Spur.

Faucett Airlines

Eine Boeing 727 der peruanischen Fluggesellschaft mit Ziel Miami in den USA stürzte im Jahr 1990 über dem Nordatlantik ab, weil ihr der Treibstoff ausging. 18 Angestellte der Airline und ihre Angehörigen waren an Bord. Das Wrack wurde nie gefunden.

Luftwaffe Uruguays

Die Geschichte der Fairchild FH-227 und ihrer Insassen war Stoff für mehrere Bücher und Filme. Die Turboprop-Maschine stürzte 1972 in den Anden ab, mehr als ein Dutzend der Insassen kamen dabei ums Leben. Einige der Überlebenden machten sich auf die Suche nach Hilfe. Die anderen wurden später gerettet. In der Zeit bis zur Bergung hatten sie sich vom Fleisch der Toten ernährt.

Flying Tiger Line

Die Propellermaschine vom Typ Lockheed L-1049H Super Constellation sollte im Jahr 1962 US-Soldaten nach Vietnam bringen. Doch schon die Zwischenstation auf den Philippinen erreichte das Flugzeug mit 107 Insassen nie. Dutzende Flugzeuge und Schiffe suchten den Westpazifik ab - vergeblich.

Eine Flugzeugentführung ist demnach weder auszuschließen noch erwiesen. Das letzte Funksignal der Boeing 777 sei jedenfalls knapp acht Stunden nach ihrem Start in Kuala Lumpur empfangen worden - was ungefähr dem Zeitpunkt entspräche, zu dem normalerweise der Treibstoff ausgegangen sein müsste.

Inzwischen wurden auch die Wohnungen der beiden Piloten durchsucht, wie die malaysische Regierung bestätigte. Ermittler hätten mit der Familie des Flugkapitäns gesprochen und dessen selbstkonstruierten Flugsimulator beschlagnahmt, allerdings gebe es keinen Grund zu „voreiligen Schlüssen". Die Hintergründe aller Passagiere und Besatzungsmitglieder seien ebenso überprüft worden wie die von Ingenieuren mit Zugang zur Maschine.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.03.2014, 08:51 Uhr

Private Telefongespräche werden überwacht und gespeichert. Der große Bruder scheint jedoch nicht in der Lage die Flugbahn eines Flugzeugs mit abgeschaltetem Kommunikationssystem nachzuvollziehen. Dies ist ein Sicherheitsrisiko und falls das Flugzeug entführt wurde handelt es sich möglicherweise um einen Test böswilliger Elemente um festzustellen unter welchen Umständen sämtliche Überwachungssysteme umgangen werden können.

Account gelöscht!

17.03.2014, 10:53 Uhr

Da ist etwas gewaltig faul:
Piloten können an Bord einiges abschalten, aber eines nicht, das Flugzeug selbst wird als Primärradarziel von Radarstationen empfangen zivile wie auch militärische. Wenn sie von keinem Radar erfasst worden sind, würde es im Umkehrschluss heißen, dass die gesamte Region angreifbar währe ohne dass jemand es merken würde wenn z.B. ein unidentifiziertes Flugobjekt in die Lüfträume eindringen würde.
Das ist vorstellbar aber eine Bankrotterklärung an alle Militärs in dem gebiet…

Account gelöscht!

17.03.2014, 11:48 Uhr

Aller Warscheinlichkeit wurde mit dem Flugzeug MH 370 ein Anschlag geplant und das über längere Zeit. Genau wie die Anschläge auf die Twintower, die in Ruhe in DEutschland vorbereitet wurden. Die unzähligen Kriegsflugplätze auf Inseln während des 2 WK bieten alle Möglichkeiten. Auch ein weiterlaufen der Triebwerke nach der Landung kann zu falschen Sclüssen führen. Vermutlich war ein Anschlag auf G8 geplant wogegen aber spricht, dass hinter jeden Politiker 5 Neue stehen. Eher ein Anschlag auf ein Atomkraftwerk . Die Passagiere sind wenn es so ist, nicht in Gefahr. Das Flugzeug wird mit Sprengstoff beladen und kann wie man sieht die Welt ohne das man es merkt umrunden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×