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01.09.2016

16:57 Uhr

Flughafen Frankfurt

Sicherheitspanne beschäftigt Ermittler

Eine Frau mit zwei Kindern schlüpft auf dem größten deutschen Flughafen durch eine Sicherheitskontrolle. Damit legt sie – offenbar unbeabsichtigt – große Teile von Rhein-Main lahm. Wie konnte es dazu kommen?

Mit ihrem Sprengstoffspürhund verlässt eine Beamtin die komplett geräumte Halle A des Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt. Teile von Terminal 1 wurden geräumt, nachdem zuvor eine Person ohne entsprechende Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt war. dpa

Teilweise Räumung am Frankfurter Flughafen

Mit ihrem Sprengstoffspürhund verlässt eine Beamtin die komplett geräumte Halle A des Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt. Teile von Terminal 1 wurden geräumt, nachdem zuvor eine Person ohne entsprechende Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt war.

Nach dem Sicherheitsalarm am Frankfurter Flughafen wird mit Hochtouren nach der Ursache für die Panne bei der Kontrolle gesucht. Derzeit würden Zeugen intensiv befragt sowie Videos und Daten ausgewertet, berichtete der Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, Christian Altenhofen, am Donnerstag.

Eine 25 Jahre alte Frau mit zwei Kleinkindern war am Mittwoch auf dem größten deutschen Flughafen durch einen Sicherheitscheck gelangt, obwohl die Kontrolle noch nicht abgeschlossen war. Die Frau war aus Istanbul gekommen und auf dem Weg nach Newark (USA). Die Flughalle A im Terminal 1 wurde vollständig geräumt.

Bei der Sicherheitskontrolle habe es „einen Verdachtsanlass gegeben, dem hätte nachgegangen werden müssen“, sagte Altenhofen. Was das genau war, sagte er nicht. „Das ist Verschlusssache.“ Die Bundespolizei hätte aber zu der Kontrolle dazu gezogen werden und mitentscheiden müssen. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge war der Rucksack der Frau nach einem Sprengstofftest verdächtig.

Warum die Frau mit zwei kleinen Kindern nach eigener Aussage den Eindruck hatte, die Kontrolle sei abgeschlossen, und warum sie ihren Weg nach diesem „Missverständnis“ im Sicherheitsbereich ungehindert fortsetzen konnte, müsse jetzt geklärt werden. Mit Ergebnissen sei jedoch in dieser Woche noch nicht zu rechnen, sagte Altenhofen.

Fraport in Zahlen

Frankfurt, Deutschland

Fraport-Anteil in Prozent: 100

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 28.669.496

Veränderung in Prozent: -0,9

Quelle: Fraport

Ljubljana, Slowenien

Fraport-Anteil in Prozent: 100

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 598.271

Veränderung in Prozent: -4,5

Lima, Peru

Fraport-Anteil in Prozent: 70,01

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 8.945.334

Veränderung in Prozent: 11

*vorläufige Zahlen

Burgas, Bulgarien

Fraport-Anteil in Prozent: 60

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 684.154

Veränderung in Prozent: 25,2

Varna, Bulgarien

Fraport-Anteil in Prozent: 60

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 499.737

Veränderung in Prozent: 24,3

Antalya, Türkei

Fraport-Anteil in Prozent: 51

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 7.331.506

Veränderung in Prozent: -30,5

St. Petersburg, Russland

Fraport-Anteil in Prozent: 35

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 5.696.840

Veränderung in Prozent: -6,5

Hannover, Deutschland

Fraport-Anteil in Prozent: 30

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 2.441.069

Veränderung in Prozent: -0,7

Xi'an, China

Fraport-Anteil in Prozent: 24,5

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 17.534.343

Veränderung in Prozent: 11,3

Weil die Sicherheitsbehörden nicht ausschließen konnten, dass die Frau „gefährliche Gegenstände“ bei sich hatte, musste der Sicherheitsbereich A komplett evakuiert werden. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, die Frau zu finden. Die Polizei musste auch sichergehen, dass die Frau nicht etwa Sprengstoff oder etwas anderes Gefährliches irgendwo abgelegt oder jemand anderem übergeben hatte.

Die gesamte Abflughalle A - in der Tausende Passagiere vor den abgesperrten Sicherheitskontrollen gewartet hatten - war anschließend geräumt worden, weil auch noch ein herrenloser Koffer gefunden wurde.

Zehntausende Flugpassagiere waren von der Teilsperrung des Flughafens betroffen. Mehr als 140 Flüge wurden nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport gestrichen, zahlreiche waren verspätet.

Der Schaden durch die Panne beläuft sich nach Einschätzung von Beobachtern auf einige Millionen Euro. Weder Fraport noch die Lufthansa wollten aber dazu Angaben machen.

Über mögliche Schadenersatzforderungen könne erst nach dem Ende der Ermittlungen unter Federführung der Bundespolizei gesprochen werden, sagte Fraport-Sprecher Dieter Hulick.

Von

dpa

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