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11.06.2013

17:59 Uhr

Fluglotsenstreiks

1800 Flüge in Frankreich gestrichen

Ausfälle und Verspätungen: Der Streik von Fluglotsen behindert den Luftverkehr in Frankreich: Auch die deutsche Fluglinie Lufthansa ist betroffen. Das ganz große Chaos soll es aber vorerst nicht gegeben haben.

Der Flughafen in Montpellier in Südfrankreich: Viele Flüge fielen aus. AFP

Der Flughafen in Montpellier in Südfrankreich: Viele Flüge fielen aus.

Paris/FrankfurtFrankreich-Reisende müssen wegen eines Fluglotsenstreiks mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Die Fluggesellschaften strichen nach Angaben der Aufsichtsbehörde DGAC bereits am Dienstag rund 1800 Verbindungen. Allein die deutsche Lufthansa ließ rund 70 Flüge ausfallen. Nach Bewegung auf politischer Ebene verkürzte die Gewerkschaft SNCTA den ursprünglich bis Donnerstag geplanten Streik um einen Tag.

Neben den Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly trifft der Ausstand auch kleinere Airports wie Nizza, Lyon, Marseille und Toulouse. Das große Chaos habe es aber zunächst nicht gegeben, sagte eine Sprecherin der DGAC. Die Behörde hatte Passagiere zuvor aufgefordert, sich über ihre Verbindungen zu informieren. Die Fluggesellschaften sollten ihr Frankreich-Programm um 50 Prozent reduzieren.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

21. März 2012

Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

7. September

Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

10. Dezember

Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

18. Januar 2013

Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

24./ 25. Januar

Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

14./ 15. Februar

Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

20. Februar

Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

26. Februar

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

20. März 2013

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Mit dem Streik protestieren die Fluglotsen unter anderem gegen geplante Umstrukturierungen. Sie befürchten durch eine europäische Reform der Luftraumüberwachung schlechtere Arbeitsbedingungen und Stellenstreichungen. Mit der Verkürzung um einen Tag reagierte die Gewerkschaft „im Geiste des Dialogs“ auf eine Initiative der Regierungen von Frankreich und Deutschland. Die beiden Verkehrsminister regten bei der Europäischen Kommission in Brüssel eine Verschiebung der Pläne an.

Der Langstreckenverkehr war von dem Arbeitskampf zunächst kaum betroffen. Die größte französische Gesellschaft Air France teilte mit, lediglich Kurz- und Mittelstreckenflüge ausfallen zu lassen. Die Lufthansa strich bis einschließlich Donnerstag 174 Flüge, wie aus einer im Internet veröffentlichten Liste hervorging.

Von

dpa

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