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02.06.2016

18:39 Uhr

Flut in Frankreich

Paris unter Wasser

Nicht nur Deutschland, auch Frankreich kämpft mit Hochwasser: Immer weitere Teile des Landes werden überflutet. Die Katastrophe hat auch Paris erreicht – dort bringen Museen ihre Kunstschätze in Sicherheit.

Die Seine ist über ihr Ufer getreten. AFP; Files; Francois Guillot

Hochwasser in Paris

Die Seine ist über ihr Ufer getreten.

ParisDas Hochwasser in Frankreich zieht auch zunehmend die Hauptstadt Paris in Mitleidenschaft. Weil dort nach heftigen Regenfällen der Fluss Seine über die Ufer getreten ist, musste am Donnerstag der Betrieb einer Vorstadtzuglinie teilweise eingestellt werden. In den Überschwemmungsgebieten in der Region um Paris und in der Loire-Region blieb die Lage angespannt, tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Der Pegelstand der Seine erreichte am Donnerstagnachmittag in Paris 5,10 Meter, bis Freitag dürfte er auf sechs Meter ansteigen – der höchste Wert seit 15 Jahren. Uferstraßen standen unter Wasser und waren gesperrt, der Schiffsverkehr auf der Seine ist gestoppt. Betroffen waren davon auch die zahlreichen Touristenboote, die normalerweise über die Seine fahren.

Bereits am Mittag musste zudem ein Bahnhof der Vorstadtlinie RER C neben der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame geschlossen werden. Am Nachmittag schließlich wurde der Betrieb der Linie, die Paris an der Seine entlang von Ost nach West durchquert, im Pariser Stadtgebiet ganz gestoppt.

Krise, Katastrophe, Katastrophenalarm – wann gilt was?

Begriffserklärung

Die Begriffe Krisen und Katastrophen nach verheerenden Unwettern oder anderen Notsituationen werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft gleichgesetzt. Eine Begriffserklärung.

Krise

Im Bevölkerungsschutz und der Katastrophenhilfe wird mit dem Begriff Krise eine Lage bezeichnet, bei der Sachschäden drohen oder bereits entstanden sind, und Hilfsorganisationen wie die Feuerwehr diese Lage nicht mehr allein bewältigen können. Eine Krisenlage kann durch Naturereignisse (Stürme, Starkniederschläge, Hochwasser, Waldbrände, Epidemien) ausgelöst werden oder zivilisatorische Ursachen haben – diese reichen von technischem Versagen oder Fahrlässigkeit bei Unfällen und Havarien bis zu Terroranschlägen.

Katastrophe

Sind Gesundheit oder Leben vieler Menschen, deren natürliche Lebensgrundlagen und bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß bedroht, sprechen die Behörden von einer Katastrophe. Für die Bewältigung dieses „Großschadensereignisses“ reichen die normalen technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der betroffenen Gemeinden oder Kreise nicht aus. Zudem erfordert die Abwehr und Bekämpfung die einheitliche Leitung durch die zuständige (Katastrophenschutz-)Behörde.

Katastrophenalarm

Ein Katastrophenalarm (Katal) wird ausgelöst, wenn ein Notfall die besondere Koordination der Hilfskräfte verlangt beziehungsweise für dessen Bewältigung die technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der normalerweise zuständigen Gemeinden nicht ausreichen. Die Bewältigung von Katastrophen und das Krisenmanagement liegen in Deutschland grundsätzlich in der Verantwortung der 16 Bundesländer. Der Katastrophenfall wird demzufolge entsprechend dem Katastrophenschutzgesetz des jeweiligen Landes festgestellt. Dies war auch im niederrheinischen Hamminkeln der Fall, wo ein Dammbruch am Fluss Issel befürchtet wurde.

Das an der Seine gelegene Impressionisten-Museum Musée d’Orsay richtete aus Sorge vor Überschwemmungen eine Krisenzelle ein. Möglicherweise müssen die in unterirdischen Lagern stehenden Werke in höhere Stockwerke gebracht werden. Das Museum, das im vergangenen Jahr 3,4 Millionen Besucher empfing, hat einen großen Teil der im Keller stehenden Werke schon ausgelagert.

Trotz des Anstiegs der Seine ist die derzeitige Situation kein Vergleich zur Jahrhundertflut des Jahres 1910. Damals stieg der Pegel in Paris auf 8,62 Meter.

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