Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2011

17:14 Uhr

Folgen des Reaktorunfalls

Fukushima-Arbeiten könnten Jahrzehnte andauern

Zum ersten Mal seit der verheerenden Atomkatastrophe in Fukushima hat Japans Premier Kan einen Zeitrahmen für die Aufräumarbeiten genannt: Diese könnten noch Jahrzehnte andauern. Indes drohen Japan weitere Stromengpässe.

Arbeiten am Atomkraftwerk Fukushima. Die Aufräum-Aktionen werden Jahre in Anspruch nehmen. Quelle: dapd

Arbeiten am Atomkraftwerk Fukushima. Die Aufräum-Aktionen werden Jahre in Anspruch nehmen.

TokioJapan wird noch Jahrzehnte mit den Aufräumarbeiten nach der Atomkatastrophe von Fukushima zu kämpfen haben. „Es wird drei, fünf, zehn Jahre oder letztendlich mehrere Jahrzehnte dauern“, sagte Japans Regierungschef Naoto Kan am Samstag vor Parteimitgliedern in Tokio. Es war das erste Mal, dass die japanische Regierung einen Zeitrahmen für die umfassenderen Arbeiten nach den derzeit laufenden Notmaßnahmen nannte.

Das Erdbeben vom 11. März hatte zur Havarie des Fukushima-Reaktors geführt und damit die weltweit schwerste Atomkatastrophe seit dem Super-Gau von Tschernobyl ausgelöst. Auch knapp vier Monate nach dem Unglück steht Kans Regierung für ihr Krisenmanagement in der Kritik. Kan hat seinen Rücktritt für einen unbestimmten Zeitpunkt nach Bewältigung der ersten Notmaßnahmen angekündigt.

Unterdessen ist ein Streit zwischen AKW-Betreibern und der Regierung über geplante Stresstests für Atomkraftwerke entbrannt, der den Zeitplan für das Wiederhochfahren stillgelegter Meiler verzögern könnte. Derzeit sind nur 19 der 54 Atomkraftwerke am Netz. Japan drohen nun Stromengpässe auch über den Sommer hinaus. Die Regierung hat bereits offiziell Stromsparen angeordnet, um einen Kollaps zu vermeiden.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Moika

10.07.2011, 08:32 Uhr

Auswendig lernen, das Standartprogramm der asiatischen Erziehung, fördert leider keine Kreativität. Von daher hat mich das Versagen der Japanischen Ingenieure bei der Bewältigung der Fukushima Katastrophe nicht unbedingt überrascht.

Erschreckend ist allerdings die mangelnde Bereitschaft, nach der Erkenntnis über die Schwere der Havarie sofort ausländische Spezialisten hinzuzuziehen. Mit dieser Mentalität ist und bleibt Japan ein hohes Risiko für sich selbst und seine Nachbarn und sollte sich zukünftig besser mit der Weiterentwicklung von Tamagotschis beschäftigen.

Im übrigen bin ich für die Kernkraft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×