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28.06.2017

12:41 Uhr

Foodwatch

Verbraucherschützer finden Kot im Brot

Käfer im Mehl, Kot im Brötchen – das entdeckten Kontrolleure bei Überprüfungen verschiedener Bäckereien. Diese Zustände seien kein Einzelfall, so Foodwatch. Verbraucher erfuhren von den Mängeln erst durch den Report.

Drei Unternehmen aus Bayern schnitten besonders schlecht ab. Die Kontrolleure entdeckten Nagerkot, Haare und Fraßspuren. dpa

Bäckerei

Drei Unternehmen aus Bayern schnitten besonders schlecht ab. Die Kontrolleure entdeckten Nagerkot, Haare und Fraßspuren.

MünchenSchaben, Schimmel, Maden, Mäuse: Kontrolleure haben in bayerischen Bäckereien Hygienemängel entdeckt. Doch die Verbraucher erfuhren davon nichts, wie Foodwatch am Mittwoch bei der Vorstellung des Reports kritisierte.

Die Verbraucherschutzorganisation hatte über das Verbraucherinformationsgesetz Auskunft zu Kontrollen und Mängeln in acht bayerischen Großbäckereien erwirkt. Demnach ergaben 69 Kontrollen zwischen 2013 und 2016, dass es bei allen Betrieben Beanstandungen gab.

Drei Unternehmen schnitten besonders schlecht ab. Im „Feinen Weihnachtsgebäck“ einer Großbäckerei entdeckten Kontrolleure Nagerkot, Haare und Fraßspuren. An anderer Stelle tropfte Kondenswasser auf Kuchen, in einem Raum schimmelte es.

Wo die Deutschen ihr Brot kaufen

Platz 1

Beim Bäcker: 37,63 Millionen

23.102 Befragte, Hochrechnung auf 69,56 Millionen Personen

Quelle: VuMA, Statista 2016

Platz 2

Im Bäckershop: 9,95 Millionen

Platz 3

In der Discount-Bäckerei: 7,72 Millionen

Platz 4

Im Supermarkt abgepackt (aus dem Brotregal): 7,72 Millionen

Platz 5

Im Supermarkt lose (frisch von der Theke): 6,05 Millionen

In einer anderen Bäckerei krochen Käfer durchs Mehl und hinterließen dabei ihre Spuren, ein Kotklümpchen eines Nagers war in ein Weizenbrötchen eingebacken. Im dritten Betrieb hausten in einer Krapfenanlage Schaben und Käfer.

Zwei der drei besonders betroffenen Bäckereien erklärten inzwischen, dass sie die Mängel umgehend beseitigt hätten. Man habe alle Beanstandungen der Kontrollbehörden unverzüglich abgestellt, teilte die schwäbische Bäckerei Ihle aus Friedberg bei Augsburg mit.

„Wir möchten uns bei unseren Kunden für die Verunsicherung durch die Fälle in der Vergangenheit entschuldigen.“ Die Erlanger Bäckerei „Der Beck“ mit rund 150 Filialen in der Region betonte, es sei nie verschimmeltes Brot an Filialen geliefert worden.

Die Zustände seien sicher kein Einzelfall oder ein spezifisch bayerisches Problem, erläuterte Foodwatch. Ähnlich ekelerregende Missstände fanden die Kontrolleure immer wieder auch in anderen Bäckereien. „Bei amtlichen Lebensmittelkontrollen wird in Deutschland Jahr für Jahr etwa jeder vierte Betrieb beanstandet, vor allem aufgrund von Hygienemängeln“, schreibt Foodwatch. Bekannt werden die Mängel in der Regel nicht.

Fünf Dinge, die man über Zucker wissen sollte

WHO-Empfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass weniger als 10 Prozent der Nahrung freier Zucker sein sollen. Damit sind nicht nur zugesetzte Zucker gemeint, sondern auch die natürlich in Honig, Sirup und Fruchtsäften enthaltenen. Wer mehr isst, erhöht das Risiko für Karies, Übergewicht und Fettleibigkeit.

Deutscher Durchschnittskonsum

Im Durchschnitt nehmen Deutsche knapp über 100 Gramm Zucker pro Tag zu sich, pro Jahr ergibt das etwa 36 Kilogramm. Das entspricht rund 22 Prozent der Nahrung – das Doppelte von dem, was die WHO und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten.

Auch in Salaten ist Zucker

Nicht jedes Lebensmittel, das viel Zucker enthält, ist eine Süßigkeit. Die Verbraucherzentralen fanden in einer Studie Fleischsalat mit 6,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm, Krautsalat mit 12,3 Gramm und Soßenbinder mit 31 Gramm. Gut 200 Gramm des Krautsalats würden also den Tagesbedarf an Zucker decken.

Weltweite Produktion

Rund 175 Millionen Tonnen Zucker werden pro Jahr weltweit produziert. Mit Abstand größter Produzent und Exporteur der letzten Jahre ist das Land, in dem der Zuckerhut steht: Brasilien. Dort wird auch am meisten Zucker pro Kopf konsumiert.

Etymologie

Das Wort „Zucker“ stammt vom Sanskrit-Wort „sarkara“, das Geröll oder Kiesel bedeutet. Araber brachten das Zuckerrohr aus Indien in den Mittelmeerraum, von dort aus gelangte es über Italien nach Deutschland. Rüben werden erst seit dem 19. Jahrhundert für die industrielle Zuckergewinnung genutzt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Novi Prinz

28.06.2017, 16:46 Uhr

Wie sauber ist es bei Foodwatch ?

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