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31.05.2013

08:10 Uhr

Französischer Präsident

Elysée-Palast versteigert einen Teil seines Weinkellers

Auch der französische Präsident muss sparen: Durch den Verkauf von wertvollen Weinflaschen wurde ein guter Gewinn erzielt. Mit dem Geld werden günstigere Weine gekauft – und ein Großteil wandert in den Staatssäckel.

Frankreichs Präsident Hollande bei der Pariser Landwirtschaftsmesse 2012. dpa

Frankreichs Präsident Hollande bei der Pariser Landwirtschaftsmesse 2012.

ParisDer Pariser Elysée-Palast hat am Donnerstag einen Teil seines Weinkellers versteigert. Am ersten Tag einer auf zwei Tage angesetzten Auktion erzielte das französische Präsidentenamt guten Gewinn bei der Versteigerung der edlen Tropfen. Insgesamt will der Elysée-Palast ein Zehntel seiner rund 12.000 Flaschen unter den Hammer bringen. Schon am ersten Tag der Auktion im renommierten Pariser Auktionshaus Drouot übertraf das Ergebnis mit 295.663 Euro die anvisierte Zielmarke von 250.000 Euro.

Rund 250 Käufer und Schaulustige fanden sich zu der Auktion ein. Die ersten Kisten mit fünf Cognacflaschen gingen für 1600 und 1750 Euro an Fan Dongxing, einen Chinesen aus Shanghai. Dieser kaufte auch eine Flasche vom Weingut Petrus aus dem Jahr 1990, für die er 5800 Euro hinblätterte. "Ich bin sehr glücklich, die Chinesen lieben sehr den französischen Wein", sagte Fan Dongxing den anwesenden Reportern. Die Flaschen, die in einem Keller am Stadtrand gelagert werden, wurden nicht direkt vorgeführt, sondern nur per Foto präsentiert.

Die Auktion stieß jedoch nicht überall auf Begeisterung. So hatte der renommierte Winzer Michel-Jack Chasseuil einen Ausverkauf des Kulturerbes des Landes an die Milliardäre in der Welt beklagt. "Auch wenn diese Flaschen tatsächlich eine schöne Summe bringen können, ist dies doch angesichts des Prestiges, das diese Weine in den Augen der ganzen Welt besitzen, nur ein lächerlicher Teil im Vergleich zum Budget Frankreichs", schrieb Chasseuil in einem Brief an Präsident François Hollande.

Laut Drouot soll mit einem Teil des Verkaufserlös die Anschaffung neuer, günstigerer Weine finanziert werden, während der Rest in den Staatskoffer fließt. Der Elysée-Palast gibt jährlich 150.000 Euro für Wein aus. Die Chef-Sommelière Virginie Routis erklärte jedoch vor der Versteigerung, es sei heute nicht mehr tragbar, Flaschen für 2000 bis 3000 Euro auf den Tisch zu bringen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

31.05.2013, 09:32 Uhr

"Elysée-Palast versteigert einen Teil seines Weinkellers"

Die Schlagzeile ist voellig falsch. Nicht Teile des Weinkellers werden versteigert, sondern Flaschen, die dort gelagert sind.

Ein etwas oberflaechlicher Redakteur halt. Aber so leicht laesst sich eine Tatsache voellig verbiegen. Ich habe jetzt nicht auf die AfD-Meldungen angespielt ;-)

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