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05.04.2012

22:22 Uhr

Französisches Atomkraftwerk

Radioaktives Wasser nach Brand ausgelaufen

Schreckmoment ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe: In Frankreich brannte es in einem Kernkraftwerk. Bei dem Unfall trat radioaktives Wasser aus. Umweltschäden gäbe es jedoch keine, versicherte der Betreiber EDF.

Ein von EDF betriebenes Atomkraftwerk - nicht die betroffene Anlage. AFP

Ein von EDF betriebenes Atomkraftwerk - nicht die betroffene Anlage.

ParisIm nordwestfranzösischen Atomkraftwerk Penly haben am Donnerstag zwei kleinere Brandherde Feueralarm ausgelöst. Bei dem Vorfall sei auch radioaktives Wasser ausgetreten. Das Wasser sei aus dem Primärkreislauf entwichen und in für solche Fälle vorgesehenen Behältern aufgefangen worden, teilte der Stromkonzern EDF am Donnerstagabend mit. Die Kühlung des Reaktors sei nicht gestört und laufe „normal“ weiter. Der Austritt des radioaktiv belasteten Wassers habe „keine Auswirkungen auf die Umwelt“, betonte der Konzern.

Das Akw war zuvor nach einem Brand abgeschaltet worden. „Es hat keine Verletzten gegeben“, teilte die Betreibergesellschaft EDF mit. Die Anlage befindet sich in der Normandie, zwischen den Orten Dieppe und Le Tréport am Ärmelkanal.

Auslöser für den Feueralarm waren zwei kleinere Brandherde. Auslaufendes Öl einer Pumpe im Kühlkreislauf habe sich gegen Mittag erhitzt, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Die Folge seien kleinere Stichflammen gewesen. Alles sei gründlich inspiziert und den Aufsichtsbehörden mitgeteilt worden.

In einer offiziellen Erklärung der Betreiber heißt es, der Alarm sei aufgrund der Rauchentwicklung in einem Reaktorgebäude der Produktionseinheit Nummer zwei ausgelöst worden. Daraufhin sei der Reaktor automatisch gestoppt worden. Feuerwehrleute hätten zwei Brandherde gelöscht.

Das Atomkraftwerk Penly am Ärmelkanal besteht aus zwei Reaktorblöcken. Daneben ist auch ein neuer EPR-Druckwasserreaktor geplant. Frankreich ist nach den USA weltweit das größte Betreiberland von Atomkraftwerken. Es bezieht rund 75 Prozent seines Stroms aus Nuklearkraftwerken. Trotz der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hält Präsident Nicolas Sarkozy an der Kernkraft als Hauptenergiequelle des Landes fest.

Nach der Fukushima-Katastrophe in Japan hatte die EU-Kommission allerdings auch auf einem sogenannten Stresstest für französische AKW bestanden. Erst im September war in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ein Ofen in einer Verbrennungsanlage explodiert. Dabei war ein Arbeiter ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt. Nach dem Brand kündigte die französische Atomaufsicht ASN für Freitag eine Inspektion in dem Atomkraftwerk Penly an.

Kommentare (3)

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Kalle

06.04.2012, 08:07 Uhr

Die Angst vor Radioaktivität in Deutschland wird immer wieder geschürt, von einer Presse die alles tut damit der unsinnige Ausstieg aus der Kernkraft im Sinne der Regierung als richtig empfunden wird.
Dabei können wir ohne Radioaktivtät überhaupt nicht leben, wir sind umgeben davon. In der Medizin geht es nicht ohne, wir finden sie im Trinkwasser und Kirchen.
Die Verdummung geht halt weiter. Und die Presse macht mit.

Atomstrom-Nein-Danke

06.04.2012, 09:54 Uhr

Gut, wenn es solche Forumsexperten wie Sie gibt, Kalle, die uns verschreckte Zeitungsleser über die wirklich wahren Zusammenhänge informieren. (Beim SPIEGEL sind das Bauer Lindemann und Co).

Ich weiß sehr wohl, dass ich ohne Radioaktivität prima leben kann. Dass Kirchengänger etwas verstrahlt sein sollen, erklärt mir allerdings einige andere Zusammenhänge. Danke für diesen Lacher!

Dann mal schönes Wochenende und ordentlich weiter "aufklären"....

norbert

06.04.2012, 10:32 Uhr

@Kalle
"Dabei können wir ohne Radioaktivtät überhaupt nicht leben"
Was ist das denn für ein Unsinn ? Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit der für die Evolution notwendigen Mutationsraten. Diese sind viel höher, als es die natürlich vorkommenden Nuklide und astronom. Stahlung bewirken könnten.

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