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05.09.2016

19:42 Uhr

Freddie Mercury

„Queen“-Frontmann wäre jetzt 70

Von schmaler Statur, aber ein Gigant auf der Bühne mit einer vier Oktaven umfassenden Stimme: Queen-Frontmann Freddie Mercury, der schillernde Paradiesvogel der 70er- und 80er-Jahre, wäre am heutigen Montag 70 geworden.

Die Musikzeitschrift „Melody Maker“ schrieb: „Queen ist entweder die Zukunft des Rock'n'Roll oder ein Bündel von Tunten im Delirium, die versuchen, auf den Bowie-Zug auszuspringen während sie Black Sabbath richtig schlecht verarschen.“ dpa

Freddie Mercury

Die Musikzeitschrift „Melody Maker“ schrieb: „Queen ist entweder die Zukunft des Rock'n'Roll oder ein Bündel von Tunten im Delirium, die versuchen, auf den Bowie-Zug auszuspringen während sie Black Sabbath richtig schlecht verarschen.“

LondonEigentlich ist es zum Lachen: Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump betritt gerne die Bühne in Schwaden von Nebel und dramatischem Licht, untermalt von Queens 1977er Hit „We Are The Champions“. Das Publikum rast - und vergisst, dass der bisexuelle Schöpfer des Songs für all das steht, was es ablehnt. Freddie Mercury war bekannt für seine erotischen Eskapaden und legendären Exzesse, wie jene Aftershow-Party zum Launch vom Album „Jazz“ in New Orleans 1978, auf der er angeblich nackte Hintern signierte und in eine obszönen Freakshow aus Drag Queens, Schlangenbeschwörern und Legionen von Strippern eintauchte.

Gerne werden auch die Zwerge erwähnt, die auf dem Kopf Tabletts mit Kokain balancierten, von dessen Qualität sich Mercury angeblich selbst überzeugt hatte. Schlagzeuger Roger Taylor sagte 2008 dem Queen-Biographen Mark Blake: „Das habe ich nie gesehen, aber die meisten Geschichten über diese Nacht sind nicht besonders übertrieben.“ Am Montag (5. September) wäre Queen-Sänger Freddie Mercury 70 Jahre alt geworden.

Geboren wurde Mercury als Farrokh Bulsara 1946 im damaligen britischen Hoheitsgebiet Sansibar, heute Teil von Tansania. Die parsische Familie schickte ihren achtjährigen Sohn für eine bessere Schulbildung nach Indien ins Internat. Die Strecke war so weit, dass er nur einmal pro Jahr mit dem Schiff seine Familie besuchte. Kommuniziert wurde in Briefen, und aus Farrokh wurde Freddie.

Anfang der 60er Jahre flüchtete die Familie vor der Revolution in Sansibar in einen Londoner Vorort. Der Vater arbeitete als Buchhalter, die Mutter im Kaufhaus Marks and Spencer. Swinging London war ein Kulturschock für den eher braven aber ehrgeizigen Freddie. Er entdeckte Jimi Hendrix, lebte seine Vorliebe für extravagante Kleidung, Leder und Federboas auf der Portobello Road aus und eröffnete einen Stand im legendären Kaufhaus Kensington Market.

1970 gründete er die Band Queen mit Astrophysik-Doktoranden Brian May (Gitarre) und Zahnmedizinstudenten Roger Taylor (Schlagzeug). Der Elektronik-Student John Deacon (Bass) stieß etwas später dazu. Ihre bombastische Kombination aus überzogener Theatralik und Heavy Rock sprengte alle Genre-Grenzen. Die Musikzeitschrift „Melody Maker“ schrieb damals: „Queen ist entweder die Zukunft des Rock'n'Roll oder ein Bündel von Tunten im Delirium, die versuchen, auf den Bowie-Zug auszuspringen während sie Black Sabbath richtig schlecht verarschen.“

Vier Jahre später etablierte die Band schließlich ihren Stil mit dem Hit „Killer Queen“ und schaffte den internationalen Durchbruch. Ihr Kometenflug als schwerreiche Superstars begann, mit Rockhymnen wie „We Will Rock You“, „Don't Stop Me Now“, „Radio Ga Ga“ und „A Kind of Magic“. „Bohemian Rhapsody“ wurde zum besten Song aller Zeiten gewählt, doch die Bedeutung des Songs bleibt ein Geheimnis - Mercury selbst äußerte sich nie dazu. Sein langjähriger persönlicher Assistent Peter Freestone ist überzeugt, dass der Song ein heimliches „Coming Out“ ist. Die Band selbst schweigt.

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