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18.07.2014

13:48 Uhr

Freispruch im „Ruby“-Prozess

Kein „Bunga Bunga“ von Berlusconi

Unverhofft kommt oft: Silvio Berlusconi ist in zweiter Instanz von der Anklage des Amtsmissbrauch und des Verkehrs mit Minderjährigen freigesprochen worden. Der Freispruch ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Durchatmen: Silvio Berlusconi wurde in zweiter Instanz erst einmal freigesprochen. AFP

Durchatmen: Silvio Berlusconi wurde in zweiter Instanz erst einmal freigesprochen.

MailandSilvio Berlusconi ist im „Ruby“-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch in zweiter Instanz freigesprochen worden. Ein Berufungsgericht in Mailand erklärte den früheren Regierungschef am Freitag überraschend für unschuldig. Dem 77-Jährigen war vorgeworfen worden, bei den angeblich wilden „Bunga-Bunga-Partys“ in seiner Villa Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine weitere Berufung vor dem Kassationsgericht ist möglich.

In erster Instanz war der dreimalige Regierungschef im Juni vergangenen Jahres zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Berufungsprozess eine Bestätigung des Urteils gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die heute 21 Jahre alte Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt Ruby. Mit ihr soll Berlusconi Sex gegen Geld gehabt haben, der 77-Jährige bezeichnete sich jedoch mehrmals als unschuldig.

Der Medienzar leistete am Freitag seinen wöchentlichen Sozialdienst in einem Seniorenzentrum bei Mailand ab, den er für seine Verurteilung wegen Steuerbetrugs leisten muss. Im August vergangenen Jahres war Berlusconi im Mediaset-Prozess zu vier Jahren Haft verurteilt worden, die Strafe wurde wegen einer Amnestieregelung jedoch auf ein Jahr reduziert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Renatus Isenberg

18.07.2014, 14:22 Uhr

Sexparty eines 74 jährigen mit Minderjährigen - das macht sich gut als Titel für BILD & Co. Irgendwie waren es ja politische Gegner und solche Leute wie von Bild & Co, die Berlusconi wegen dieser Themen vor Gericht bringen wollten. Man wollte Ruby sehen, man wollte das Defilee der Schönen eventuell als Zeugen in die Magazine bringen.
Man missachtete die eidesstattlichen Aussagen von Ruby und missachtete auch die Aussagen der Tochter von Berlusconi. Entlastungen waren nur lästig in diesem Fall. Die Kommentare waren jahrelang voll von Häme und Lächerlichkeit für Silvio.

Italien ist das Land des Theaters, der Angebereien und der sehr bürgerlich familiären Mentalität. Wenn Berlusconi alles Schlimme der Welt tatsächlich getan hätte, nur eines war absurd: die aktive Teilnahme an Sexparties, egal wie alt die Damen gewesen sein mögen.

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