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02.04.2011

15:31 Uhr

Fukushima

Radioaktives Wasser sickert aus Reaktor

Im Atomreaktor von Fukushima ist am Samstag ein Riss entdeckt worden. Möglicherweise gelangt aus diesem verstrahltes Wasser ins Meer. Der Riss soll abgedichtet werden, Regierungschef Kan spricht den Menschen Mut zu.

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TokioAus einem Riss des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi sickert hoch radioaktives Wasser in den Pazifik. Der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde, Hidehiko Nishiyama, erklärte am Samstag, das Wasser trete aus einem Riss in der Schutzhülle einer Grube aus. In der Luft über dem Leck seien Strahlungswerte von 1.000 Millisievert pro Stunde gemessen worden. AKW-Betreiber Tepco bestätigte die Angaben.

Nishiyama sagte weiter, die Strahlenwerte im Wasser in der Nähe des Reaktors und in einem Umkreis von 15 Kilometern würden ständig überprüft. Der etwa 20 Zentimeter lange Riss sollte mit Zement abgedichtet werden. „Dieser könnte eine der Quellen für die Kontaminierung des Meerwassers sein“, erklärte Nishiyama. Zugleich räumte er ein, dass es in dem Gebiet noch weitere, ähnliche Risse geben könne. Diese gelte es so schnell wie möglich zu finden.

Tepco-Sprecher Osamu Yokokura sagte, der Riss gehe wahrscheinlich auf das schwere Erdbeben vom 11. März zurück. Möglicherweise trete schon seitdem Wasser aus. Der Sprecher bestätigte eine Strahlenmessung über 1.000 Millisievert in der Luft über der Grube.

In etwa 60 Zentimeter Entfernung seien noch 400 Millisievert gemessen worden. Experten haben erklärt, das verstrahlte Wasser werde in den Weiten des Pazifiks rasch verdünnt, sodass auch größere Mengen kaum Auswirkungen auf die Umwelt hätten.

Radioaktives Jod 131 in Konzentrationen deutlich über dem Grenzwert war im Meer nahe dem Atomkraftwerk schon vor mehr als einer Woche entdeckt worden. Am Samstag veröffentlichte Messergebnisse zeigten, dass sich die Radioaktivität im Meer bis zu 40 Kilometer in südlicher Richtung ausbreitete. Die Jod-Konzentration dort war doppelt so hoch wie zulässig. Die Behörden betonten jedoch, trotzdem bestehe keine Gefahr für die menschliche Gesundheit.

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