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18.06.2011

13:56 Uhr

Fukushima

Reinigung von radioaktivem Wasser abgebrochen

Schon nach wenigen Stunden müssen die Helfer in Fukushima die Reinigung von radioaktivem Wasser wieder stoppen. Das hochverseuchte Wasser wird zur Gefahr für die Rettungsarbeiten.

Die Reinigung von radioaktivem Wasser gestaltet sich schwieriger als erwartet. Quelle: dpa

Die Reinigung von radioaktivem Wasser gestaltet sich schwieriger als erwartet.

TokioDie Arbeiten am japanischen Unglücks-Kernkraftwerk Fukushima haben einen neuen Rückschlag erlitten. Die Reinigung von radioaktivem Wasser musste nach wenigen Stunden wegen eines starken Anstiegs der Strahlung wieder unterbrochen werden, wie der Betreiber Tepco am Samstag mitteilte. Eine Kartusche der Wiederaufbereitungsanlage, die eigentlich mehrere Wochen halten sollte, habe schon innerhalb von fünf Stunden ihre maximale Aufnahmefähigkeit erreicht, sagte ein Tepco-Sprecher am Samstag. 

Der Grund für die erhöhte Radioaktivität sei unklar, vermutlich könnte das Verfahren jedoch innerhalb einer Woche wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher. Das Wasser soll dekontaminiert werden, um es danach wieder für die Kühlung der Brennstäbe in dem havarierten Reaktor einzusetzen. 

In dem havarierten Meiler befinden sich gegenwärtig rund 110.000 Tonnen hochverseuchtes Wasser - genug, um 40 Sportschwimmbecken zu füllen. Der Platz geht langsam zur Neige: Tepco muss weiterhin zur Kühlung der beschädigten Reaktorblöcke große Mengen Wasser einleiten. „Wenn wir die Prozedur nicht innerhalb einer Woche wieder in Gang bringen können, werden wir Probleme bekommen, das kontaminierte Wasser unterzubringen“, sagte der Sprecher. Anfang April hatte Tepco rund 10.000 Tonnen ins Meer abgelassen. Dies führte zu Kritik der Nachbarländer China und Südkorea. 

Der Reaktor war bei dem schweren Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami am 11. Mai beschädigt werden. Ein Erdbeben und ein nachfolgender Tsunami hatten im März die Kühlsysteme der Anlage zerstört. Seitdem wird Wasser in die Reaktoren gepumpt, um die Kerne zu kühlen. Bisher haben sich mehr als 100.000 Tonnen radioaktiv verstrahltes Wasser angesammelt. Die Auffangbehälter drohen in den kommenden Wochen überzulaufen. Tepco will Fukushima bis Januar komplett stillgelegt haben. Diesen Zeitplan bezeichnen Kritiker jedoch als zu ehrgeizig.

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