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07.05.2011

18:48 Uhr

Fukushima

Strahlung sinkt im Katastrophen-Reaktor

Die Radioaktivität im stark verstrahlten Reaktor 1 des Atomkraftwerks Fukushima sinkt nach Angaben des Betreibers Tepco. Ein Erfolg. Doch auch Pannen in der medizinischen Versorgung der Arbeiter werden öffentlich.

Ein Arbeiter misst die Strahlung im havarierten Atomkraftwerk Fukushima. Quelle: Reuters

Ein Arbeiter misst die Strahlung im havarierten Atomkraftwerk Fukushima.

TokioIm hoch verstrahlten Gebäude von Reaktor 1 des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Eins sinkt angeblich die Radioaktivität, nachdem dort erstmals seit der Katastrophe Arbeiter eingesetzt wurden. Seit Freitag seien die Strahlenwerte kontinuierlich zurückgegangen, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press am Samstag und berief sich auf den Betreiberkonzern Tepco. Genauere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Die Arbeiter hatten den Reaktor am Donnerstag erstmals nach dem Beben von vor knapp zwei Monaten betreten. Ausgestattet mit Schutzmasken und Spezialanzügen sollten die Arbeiter Filter gegen die radioaktive Luft einbauen. Mit den Filtern soll die radioaktive Belastung im Gebäude so weit gesenkt werden, dass längere Einsätze möglich sind - dann am Kühlsystem.

Doch neben den kleinen Erfolgen gibt es auch immer neue Pannen beim Krisenmanagement in Fukushima: Erst jetzt im Mai wurde damit begonnen, die etwa 800 Arbeiter, die in dem havarierten Atomkraftwerk in Japan eingesetzt werden, regelmäßig medizinisch zu untersuchen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco.

Als Grund für die späte Untersuchung der rund 800 Arbeiter wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums genannt, in der zunächst Untersuchungen erst nach Ende der Krise verlangt wurden - offensichtlich in der Erwartung, sie dauere nicht so lange. Von den hunderten Arbeitern, die seit dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März in der Atomruine zum Einsatz kamen, seien 30 einer Strahlendosis von mehr als 100 Millisievert ausgesetzt gewesen, hieß es. Die gesetzliche Höchstdosis für Menschen, die beruflich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, liegt in Deutschland bei 20 Millisievert pro Jahr und bei 400 Millisievert für das gesamte Leben (Berufslebensdosis).

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