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14.10.2014

12:44 Uhr

„Full-Moon-Partys“ in Thailand

Grenzen für die Anarchie am Strand

Seit 30 Jahren werden auf Koh Phangan in Thailand Vollmond-Partys gefeiert. Alkohol und Drogen gehören dazu, immer wieder gibt es Unfälle, Schlägereien und Vergewaltigungen. Nun wollen die Behörden stärker durchgreifen.

Seit etwa 30 Jahren gehören die „Full-Moon-Partys“ auf Koh Phangan zum Programm vieler Thailand-Touristen, jeden Monat feiern etwa 30.000 Partygäste. dpa

Seit etwa 30 Jahren gehören die „Full-Moon-Partys“ auf Koh Phangan zum Programm vieler Thailand-Touristen, jeden Monat feiern etwa 30.000 Partygäste.

Koh PhanganEng umschlungene Pärchen liegen unter Kokospalmen. Teenager trinken bis zur Besinnungslosigkeit am Strand, Männer pinkeln ins Meer. Rave-Musik dröhnt über die Insel, Tausende Partygäste schlürfen billigen Alkohol aus kleinen, bunten Plastikeimern. Es ist wieder einmal Vollmond auf Koh Phangan.

Die sogenannten Full-Moon-Partys von Koh Phangan gehören seit etwa 30 Jahren zum Fixpunkt vieler Thailand-Touristen. Die Insel liegt im Golf von Thailand, nördlich des bekannten Ferienziels Koh Samui. Jeden Monat zu Vollmond feiern etwa 30.000 Partygäste, die meisten von ihnen aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien.

Viele tanzen in T-Shirts oder Bikinis in Neonfarben oder irrlichtern in grellem Bodypainting durch Lasershows in der Tropennacht. „Die beste Nacht meines Lebens“, sagt ein Brite. Er hat Mühe, sich aufrecht zu halten. „Eine Nacht auf dieser Party ist nicht genug.“ Wem Bier oder Cocktails nicht reichen, der findet ohne große Probleme auch Marihuana und andere, härtere Drogen.

Nach der durchgefeierten Nacht kommt oft das böse Erwachen: Der Strand Haad Rin an Südostspitze der Insel ist mit Flaschen und Plastikeimern zugemüllt. Vielleicht ist der Vollmond für die wilde Feier verantwortlich, wahrscheinlich sind es aber eher der Alkohol und die Drogen – kaum eine Partynacht endet ohne Verletzte.

Vor allem Flüssigkeitsmangel, Verbrennungen und Schnittwunden müssen behandelt werden. „Ich habe gesehen, wie ein Typ von einer erhöhten Plattform stürzte und sich am Kopf verletzt hat, weil er so dicht war“, erzählt Christina, eine Touristin aus Australien.

Regelmäßig gibt es Berichte über Schlägereien, Diebstähle und sogar Vergewaltigungen und Todesfälle. Die Touristen seien oft zu betrunken, um auf sich und ihre Habe zu achten, deswegen gebe es diese Probleme, sagt Prachoom Ruengthong von der Polizei in Koh Phangan. Meist sind es Betrunkene, die tödlich verunglücken. Manche ertrinken.

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