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08.03.2006

19:10 Uhr

Furcht vor Rechtsextremen

Konstantin Wecker darf nicht singen

Der Landkreis Halberstadt in Sachsen-Anhalt hat ein Konzert des Liedermachers Konstantin Wecker untersagt. Es sollte in einer Schule stattfinden.

HB HALBERSTADT. Hintergrund ist ein Protest der rechtsextremen NPD gegen die Veranstaltung unter dem Motto „Nazis raus aus dieser Stadt“. Die Partei hatte laut tagesschau.de (Mittwoch) argumentiert, dass vor der Landtagswahl am 26. März Wahlkampf in öffentlichen Gebäuden verboten sei. Sie mutmaßte, dass Wecker möglicherweise für die Linkspartei werben könnte.

Der stellvertretende Landrat Hans-Dieter Sturm begründete das Verbot mit der Sorge, dass die Behörden künftig keine Handhabe gegen rechtsextremistische Veranstaltungen in der Schule hätten, wenn der Wecker-Auftritt - in Zusammenarbeit mit einem alternativen Zentrum - genehmigt würde. Der NPD-Kreisvorsitzende Halberstadt- Wernigerode/Harz, Matthias Heyden, hatte dem Bericht zufolge in einem Brief gedroht, die NPD werde, „aktiv an der Veranstaltung teilnehmen“.

Weckers Manager Manfred Berghard sprach von einem „erschreckenden“ Vorgang. „Es ist doch beschämend, wenn es Rechtsradikalen gelingt, ein solches Konzert zu verhindern“, sagte er. „Wir sollten unser Plakat „Nazis raus aus dieser Stadt“ überkleben, sahen dazu aber überhaupt keine Veranlassung. Uns wurde vorgeworfen, Wahlkampf zu machen.“

Eine vom Landrat angebotene Ersatzspielstätte - ein Theater - sei für das Konzert nicht geeignet gewesen, sagte Berghard. Zudem sei das technisch nicht mehr machbar gewesen. Wecker wollte die Konzerteinnahmen Projekten für Demokratie spenden. Statt in Halberstadt sollte der Liedermacher am Mittwochabend nunmehr in einer Schule im thüringischen Jena auftreten.

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