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30.10.2011

15:40 Uhr

Gebet 2.0.

Student bringt Tweets an die Klagemauer

Gebete erreichen die heilige Klagemauer auch übers Internet. Ein Student bringt für Gott bestimmte Twitter-Nachrichten aus aller Welt nach Jerusalem. Nicht nur Juden twittern - auch Christen, Muslime und Buddhisten.

Der israelische Student Alon Nir vor der Klagemauer in Jerusalem, Israel. Millionen von Menschen besuchen jedes Jahr die heiligste jüdische Stätte in Jerusalem, um ihre Gebete dort zu platzieren: In den Ritzen der Klagemauer stecken Tausende von zusammengefalteten Zettelchen. Doch immer mehr Nachrichten werden auf digitalem Umweg an Gott gerichtet: per E-Mail, Twitter oder Smartphone-App. dpa

Der israelische Student Alon Nir vor der Klagemauer in Jerusalem, Israel. Millionen von Menschen besuchen jedes Jahr die heiligste jüdische Stätte in Jerusalem, um ihre Gebete dort zu platzieren: In den Ritzen der Klagemauer stecken Tausende von zusammengefalteten Zettelchen. Doch immer mehr Nachrichten werden auf digitalem Umweg an Gott gerichtet: per E-Mail, Twitter oder Smartphone-App.

JerusalemMillionen von Menschen besuchen jedes Jahr die heiligste jüdische Stätte in Jerusalem, um ihre Gebete dort zu platzieren. In den Ritzen der Klagemauer stecken Tausende zusammengefalteter Zettelchen. Doch immer mehr Nachrichten werden auf digitalem Umweg an Gott gerichtet: per E-Mail, Twitter oder Smartphone-App.

Die Rabbiner der Klagemauer bringen täglich Gebete zur Mauer, die ihnen per Mail oder mit einem Formular auf der Webseite der Klagemauer zugesandt worden sind. Der israelische Student Alon Nir bietet seit zwei Jahren den kostenlosen Service „Tweet your Prayer“ an. Jeder kann ihm über den Kurznachrichtendienst Twitter Gebete in den zulässigen 140 Zeichen senden.

„Ich möchte die Mauer so zugänglich wie möglich machen“, sagt der 27-Jährige aus Tel Aviv. Im Sommer 2009 verfolgte er, wie sich die iranische Revolution über Twitter organisierte. Da erkannte er, dass der Dienst nicht nur eine Plattform für persönliche Nachrichten ist. „Ich fand es spannend, eine Verbindung zu schaffen, die niemand erwartet: hier die mehr als 2000 Jahre alte Mauer, dort die modernste Technik.“ Seitdem wird Nir von Gebeten aus aller Welt bombardiert - und bringt sie alle paar Tage nach Jerusalem.

Mit einer Kippa auf dem Kopf kniet der Israeli an der hohen Mauer aus Kalksteinquadern. Er öffnet eine Holzkiste mit etwa Tausend Röllchen, die wie Lose aussehen, und steckt sie in eine besonders tiefe Mauerritze. „Zweimal im Jahr wird die Mauer zwar geleert, aber es ist kaum möglich, sie hier wieder herauszubekommen.“

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