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04.07.2011

00:52 Uhr

Geborstene Pipeline

Yellowstone-Fluss durch Öl verschmutzt

Fast 160.000 Liter Rohöl aus einer geborstenen Pipeline verschmutzen den Yellowstone-Fluss. Der gleichnamige Nationalpark ist offenbar nicht bedroht. Der US-Ölkonzern ExxonMobil stellt nur wenige Schäden fest.

Öl aus einer kaputten Pipeline strömt in den Yellowstone-Fluss. Quelle: dapd

Öl aus einer kaputten Pipeline strömt in den Yellowstone-Fluss.

WashingtonNach dem Austritt von fast 160.000 Litern Öl aus einer geborstenen Pipeline in den berühmten Yellowstone River im US-Staat Montana haben Einsatzkräfte am Sonntag versucht, die entstandenen Umweltschäden abzuschätzen.

Unterhalb des Lecks nahe der Stadt Billings sind die Ufer von Öl verseucht worden. Gemeinden und Landwirte mussten die Wasserentnahme aus dem Fluss einstellen. 160 Kilometer stromabwärts nahe der Stadt Hyams wurde das Öl bereits gesichtet.

Ein Manager des Pipeline-Betreibers ExxonMobil teilte mit, die Schäden am Ufer schienen auf einen Abschnitt von etwa 30 Kilometern begrenzt zu sein. Jenseits davon hätten Überwachungsflugzeuge des Konzerns nur wenig Verschmutzung festgestellt, sagte Gary Pruessing, Präsident der Pipelinesparte von ExxonMobil. Das Öl scheine sich im Fluss aufzulösen, sagte er.

Ein Vertreter des Katastrophenschutzes des Staates Montana sagte, die Angaben des Konzerns seien glaubhaft, aber noch nicht unabhängig überprüft worden.

Der gleichnamige National Park ist nicht betroffen. Quelle: Reuters

Der gleichnamige National Park ist nicht betroffen.

Am Samstag hatten die Behörden einen 40 Kilometer langen Ölteppich entdeckt, der den Yellowstone River zur Mündung des Flusses in den Missouri hinunterfloss. Im Kontrollraum der Pipeline sei das Leck am Samstagmorgen anhand eines Druckabfalls festgestellt worden, sagte Pruessing. Innerhalb von sechs Minuten sei damit begonnen worden die Pipeline abzustellen. Wie lange das dauerte, war zunächst unklar.

ExxonMobil und die Behörden haben die Vermutung angestellt, dass das Hochwasser der vergangenen Wochen die 30 Zentimeter dicken Rohre am Flussgrund freigespült hat und vom Wasser mitgespülte Trümmerteile die Pipeline beschädigt haben könnten. „Wir sind sehr neugierig darauf, was am Grund des Flusses passiert ist. Wir wissen es noch nicht“, sagte Pruessing.

Die hohe Fließgeschwindigkeit des Flusses hat verhindert, dass große Teile des Öls wieder aufgefangen werden konnten. Das Öl sei über eine große Fläche verteilt worden, sagte der Regierungsbeamte Steve Way. Allerdings könnte dadurch auch der Schaden für die Natur gemindert worden sein.

Einsatzkräfte brachten an Teilen des Flussufers Bindemittel aus. An einigen Stellen floss das Öl unter den ausgebrachten Sperren hindurch und setzte seinen Weg stromabwärts fort. Bis zu 100 Einsatzkräfte des Ölkonzerns sollten bis Sonntagabend mobilisiert sein.

Einige der Betroffenen Anwohner äußerten sich allerdings unzufrieden mit der Reaktion des Konzerns. Die Ziegenbäuerin Alexis Bonogofsky sagte, ihre Sommerweiden seien mit Öl verschmutzt. Als sie versucht habe telefonisch Informationen zu erhalten habe sie trotz zahlreicher Anrufe keine Antwort erhalten.

Die Pipeline, die Öl von Feldern im Norden des US-Staats Wyomings zu einer Raffinerie in der Stadt Billings transportiert, verläuft unter dem Fluss.

Von

dpa

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