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25.08.2012

14:44 Uhr

Gedenken an Rostock

Vor 20 Jahren flogen Steine und Brandsätze

Zahlreiche Demonstranten aus dem linken Spektrum haben in Rostock der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 20 Jahren gedacht.

Vor 20 Jahren

Gedenken an Krawalle in Rostock-Lichtenhagen

Vor 20 Jahren: Gedenken an Krawalle in Rostock-Lichtenhagen

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RostockNach Polizeiangaben versammelten sich am Samstagmittag gut tausend Teilnehmer vor dem Rathaus der Stadt, weitere wurden erwartet. Ein Sprecher der Organisatoren bezifferte die Zahl der Demonstranten auf 4500. Am Nachmittag ist ein Gedenkmarsch durch die Stadt geplant.

Demonstranten brachten nach Auskunft eines Sprechers am Rathaus eine Gedenktafel an. Dabei handelt es sich um das Replikat einer Tafel, die im Herbst 1992 eine Gruppe französischer Juden in Begleitung der deutsch-französischen Journalistin Beate Klarsfeld an derselben Stelle anbringen wollte. Sie waren seinerzeit von der Stadtverwaltung und der Polizei daran gehindert worden. Die Tafel erinnert an die Lichtenhagener Ausschreitungen und an die Ermordung von 3000 Juden, Sinti und Roma 1944 im Konzentrationslager Auschwitz Birkenau. Unter den 1992 in Lichtenhagen angegriffenen Asylsuchenden waren zahlreiche Sinti und Roma.

Demonstranten halten auf dem Neuen Markt in Rostock ein Transparent mit der Aufschrift "Rassismus Tötet!". dpa

Demonstranten halten auf dem Neuen Markt in Rostock ein Transparent mit der Aufschrift "Rassismus Tötet!".

Die Initiatoren der Gedenkveranstaltung erklärten, Rassismus sei "kein Randphänomen". Er sei 1992 "in der Mitte der Gesellschaft" gediehen und "von bürgerlichen Parteien und Medien geschürt" worden. Sie kritisierten zudem die deutsche Asylpolitik und die Unterbringung von Asylsuchenden.

Am Sonntag wird Bundespräsident Joachim Gauck zu einer Gedenkveranstaltung in Lichtenhagen erwartet. Im August 1992 hatten Jugendliche und Erwachsene in Rostock die überfüllte Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein benachbartes Heim für vietnamesische Arbeiter mit Steinen und Brandsätzen tagelang angegriffen, ohne von der Polizei wirksam gestoppt zu werden. Aus der Menge der Schaulustigen bekamen sie dafür immer wieder Applaus.


Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

25.08.2012, 15:37 Uhr

"Rassismus sei "kein Randphänomen". Er sei 1992 "in der Mitte der Gesellschaft" gediehen und "von bürgerlichen Parteien und Medien geschürt" worden."

Großer Schwachsinn....
Rassismus ist ein seit Jahrtausenden andauerndes Phänomen,
welches mal mehr, mal weniger, aber nichts desto trotz IMMER und ÜBERALL vorhanden war.
Von Fernost nach Süd- und Nordamerika, bishin zu Afrika, Europa, Australien.
Überall gibt es rassistische Tendenzen...

Natürlich stimmt es somit das es kein Randphänomen ist,
aber es ist auch nichts was dauernd als Knüppelargument genommen werden muss.
Wer sich zusehr auf Rassismus und rassistische Tendenzen stürzt, der hält oftmals auch andere Sachen für rassistisch, die es garnicht sind.

Das ist wie mit der endlosen Ausländerpolitik-Debatte...
Wenn man für eine schärfere Ausländerpolitik ist, ist man de facto als Rassist gebrandmarkt, egal ob man es begründen kann oder nicht, egal ob es nur die pragmatische Meinung ist, das idealistische Herz aber auch was anderes will...

Mich regt diese ganze Rassismus-Scheiße hier wirklich auf -,-

Account gelöscht!

25.08.2012, 16:33 Uhr

"Wenn man für eine schärfere Ausländerpolitik ist, ist man de facto als Rassist gebrandmarkt, egal ob man es begründen kann oder nicht, egal ob es nur die pragmatische Meinung ist, das idealistische Herz aber auch was anderes will..."

Die beste Ausländerpolitik ist eine Politik die Menschen weltweit in ihrem Kulturkreis leben und arbeiten läßt - UND ihnen die Wahl läßt wo auf der Welt sie leben wollen. Wer nichts zum futtern hat, hat keine Wahl.
Aktive Friedenspolitik statt Waffenpolitik, Religionsfreiheit mit Trennung von Staat und Kirche und Abschaffung der Diktatur.
Rassismus ist Relgionsersatz und ethische Desorientierung, gepaart mit der unmenschlichen Einstellung andersfarbige Menschen seien "schlechter" und weiße seien "besser". Das sichert Besitzverhältnisse, und genau darum geht es. Rassismus und Sklaverei hat sich nicht umsonst auf amerikanischen Baumwollfeldern derartig manifestieren können.

Account gelöscht!

25.08.2012, 17:49 Uhr

"Die beste Ausländerpolitik ist eine Politik die Menschen weltweit in ihrem Kulturkreis leben und arbeiten läßt - UND ihnen die Wahl läßt wo auf der Welt sie leben wollen."

Genau DAS meine ich mit dem "idealistischen Herz".
Betrachten wir aber mal die Sache realistisch...es klappt nicht.
Wenn ein Land jeden reinlässt und unterstützt,
würde es im Prinzip gestürmt werden UND obendrein den anderen Ländern signalisieren das sie nichts zu tun brauchen. (So würde es zumindest aufgefasst werden,
typische TEAM Arbeit. Toll-ein-anderer-machts.)
Das meine ich mit der pragmatischen Meinung
FÜR eine strenge Ausländerpolitik.

Und es war ja auch nur ein Beispiel zu dem Rassismus-Gedöhns. Btw ist Rassismus nicht unbedingt die Einstellung "weiße" seien besser. Es gibt auch andersfarbige Rassisten.
Japan z.B. hat in der Vergangenheit eine sehr extreme Einstellung was die Überlegenheit ihrer eigenen "Rasse" angeht gepflegt. (Bis zum Ende des 2. WK war das gängiger Glaube dort). In China sind auch viele Nationalisten im kommen, welche die Überlegenheit ihrer Rasse/ihres Volkes verkünden...
Rassismus ist kein typisch "weißes" Problem wie du es darstellst.

Btw. sind amerikanische Baumwollfelder die du als Beispiel anführst, auch nur ein Abklatsch alter Bräuche.
Im römischen Imperium, in Ägypten...eigentlich in allen Hochkulturen der letzten paar tausend Jahre gab es Sklaverei, Unterdrückung, Rassismus...darauf ruhten stellenweise ganze Kulturen, oder wie hätten die Ägypter, Maya und Atzteken ihre großartigen Bauten errichten können?

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